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WM und Asienmeisterschaft - Im Sinn, im Blick

Thai Nationalmannschaft Cartoon von Wat

Bild: © Wats Toon

Die WM 2018 im Sinn, die Asienmeisterschaft im Blick. Oder auch andersherum. Je nach Blickwinkel. Unter dem Strich kommt dabei das Gleiche heraus. Erstmals seit über einer Dekade, gehört Thailand wieder zur Elitekreis Asiens. Und das mindestens für die kommenden drei Jahre.

Als Abdulrahman Al-Jassimden zum letzten Mal im Abendhimmel von Teheran in seine Pfeife stieß, war die Überraschung perfekt. Daran änderte auch der 2:2-Ausgleich der Iraker nichts, der Sekunden vor dem Abpfiff fiel. Ohne Niederlage, einen Spieltag vor Ende, sicherte sich Thailand den Gewinn der Gruppe F und damit die direkte Teilnahme an der Asienmeisterschaft 2019 und der finalen Runde der Qualifikation zur WM 2018 in Russland.

Das letzte Mal dass Thailand in der Vorschlussrunde zu einer WM-Endrunde stand war 2001 der Fall, als es um die Tickets für WM 2002 ging, und Thailand damals in seiner Gruppe mit vier Punkten Letzter wurde. Und auch schon wieder 13 Jahre her ist es, dass sich Thailand letztmals für eine Asienmeisterschaft qualifizieren konnte (2007 außen vor, als man sich als Gastgeber nicht qualifizieren musste).


Nach gut einer Dekade, gehört Thailand also wieder zum erlauchten Kreis Asiens und wird gleich in der Runde der letzten 12 der WM-Qualifikation zu spüren bekommen, was es heißen wird sich als kleiner Neuling mit den großen Alteingesessenen Messen zu wollen. Viel Platz für ein Wunschkonzert war in Anbetracht der 11 möglichen Gegner ohnehin nicht. Dennoch erwischte es Thailand in der Gruppe B mit Australien, Japan, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Irak denkbar schwer. Für genügend Interesse und Glamour, aus deutscher Sicht, ist aber gesorgt.

Die Gegner

Der amtierende Asienmeister aus Australien kommt mit den Bundesligaspielern Leckie, Kruse und Langerack daher. Beide Teams trafen zuletzt in Qualifikation zur WM 2014 aufeinander. Im ersten Spiel erwischte die Mannschaft unter der Leitung von Winfried Schäfer einen guten Start und ging durch Teerasil Dangda mit 1:0 in Führung. Am Ende mussten sich die Thais in Brisbane aber knapp mit 1:2 geschlagen geben und das Rückspiel gewann Australien nur knapp mit 1:0.

Thailand - Australien

Thailand - Australien 2011
Bild: © thai-fussball.com

Schaut man sich den aktuellen Kader Japans an und nimmt noch den erweiterten Kreis hinzu, kommt man gar auf 9 Spieler aus der Bundesliga. Plus Shinji Okazaki der ja bekanntlich von Mainz 05 nach England, zum vermutlich kommenden Meister Leicester City, gewechselt war. Thailand und Japan trafen zuletzt 2008 aufeinander und nach Hin und Rückspiel unterlagen die Thais mit 1:7. Gegen Japan wird im September auch das erste Heimspiel bestritten werden. Wer hier in Karten kommen will, sollte besser an den Vorverkaufstellen von TTM übernachten. Oder sich auf horrende Preise auf dem Schwarzmarkt einstellen.

Bei Saudi Arabien, das zuletzt nur aus einheimischen Spielern bestand, treibt ebenfalls eine guter bekannter aus der Bundesliga sein "Unwesen". Und das an der Seitenlinie. Es ist der Holländer Bert van Marwijk. Auch die Saudis sind kein Unbekannter. Zusammen mit den Socceroos waren sie Gruppengegner bei der Vorrunde zur WM in Brasilien (0:0, 0:3) und Gruppengegner 2001 (1:3, 1:4). Zwar hat Saudi Arabien seine erfolgreichste Periode mit vier WM-Teilnahmen am Stück (1994-2006) schon lange hinter sich gelassen, hat sich aber zuletzt wieder gefangen und ist auf dem Weg nach oben. Seine Gruppe in der 2. Runde konnten die Saudis ohne Niederlage vor den Emiraten gewinnen.

Ebenso wie bei Saudi Arabien bestand der Kader Vereinigten Arabischen Emirate nur aus lokalen Spielern. Die Emirate, Gastgeber der Asienmeisterschaft 2019, sind aktuell 68. der Weltrangliste und wurden bei der Asienmeisterschaft 2015 immerhin Dritter. Im Spiel um Platz Drei wurde Thailands, bereits bekannter Gruppengegner Irak mit 3:2 bezwungen.

Fazit

Eine Gruppe in der man mehr zu Gewinnen als zu verlieren hat. Zudem meint es der Spielplan mit Kiatisuks Mannschaft auch nicht sonderlich gut. Den Auftakt gibt es auswärts gegen die Saudis am 1. September, gefolgt von dem Heimspiel am 6. September gegen Japan. Im Oktober wartet dann das schwierige Doppel aus den beiden Auswärtsspielen in den Emiraten und gegen den Irak. Letzteres sehr wahrscheinlich wieder in Tehran.

Für Kiatisuk Senamuang ist es wichtig einen guten Auftakt auswärts hinzulegen, damit seine Elf Selbstvertrauen tanken kann. Er ist zudem durchaus der Überzeugung, dass sein Team für die eine oder andere Überraschung wird sorgen können. Sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Therdsak Chaiman, schlägt da schon etwas moderatere Töne an. Würde man aus den 10 Partien einen Sieg holen, so der Trainer des FC Chonburi, wäre das schon ein gutes Ergebnis.

Es gibt zwar den ein oder anderen, der neben Kiatisuk Senamuang, Thailand durchaus eine Überraschung zutraut, doch am Ende scheint selbst die Mehrheit der Fans gute Miene zur schweren Gruppe zu machen. Wohl wissend, dass eine erste WM-Teilnahme einer thailändischen Herrenelf, auch nach dieser Runde ein Traum bleiben wird.

Immerhin aber zeigte Thailand, dass es durchaus nicht gewillt ist, klein beizugeben. Für das Länderspiel gegen Südkorea vor einigen Wochen rechnete man schon mit einer heftigen Klatsche. Am Ende gewann die Mannschaft von Stieleke nur knapp 1:0. Die Thais zeigten eine gute Leistung, erspielten sich ihre Chancen und zeigten dabei sogar besseren Fußball als noch drei Tage zuvor beim 2:2 gegen den Irak.

Der Hype um die thailändische Mannschaft ist im "Land des Lächelns" im Moment sehr groß und ist vermutlich gerade sogar auf ihrem Höhepunkt, wenn es in ein paar Monaten gegen Japan geht. Auch gegen Australien, nur wenige Tage vor beginn der AFF-Meisterschaft, dürfte die Hütte noch ausverkauft sein. Wie nachhaltig der aktuelle Hype wirklich ist, wird sich dann im nächsten Jahr zeigen, wenn es am 31. August im letzten Heimspiel, gegen den Irak geht. Erst dann könnte es dann eventuell die ersten Punkte geben.

Auch wenn dem so wäre, bedeutet dies keinen Beinbruch. Viel wichtiger ist es für Thailand Erfahrung zu sammeln und mitzunehmen. Selten hatten die Herren in den letzten Jahren die Gelegenheit gegen solche Topgegner in nur einer Runde antreten zu können.

Die WM kann man im Sinn - Traum - haben. Mit Blick auf die erste Asienmeisterschaft nach über 10 Jahren, kann die gesammelte Erfahrung, nach Abschluss dieser einjährigen Qualifikationsrunde aber Gold wert sein.

Alle Termine der Gruppe B im Überblick: Qualifikation zu WM 2018 - Dritte Runde
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