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WM-Qualifikation: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Thai Nationalmannschaft Charyl Chappuis

Ist zurück: Charyl Chappuis
Bild: © thai-fussball.com

Am Donnerstag beginnt die letzte Runde der Qualifikation zur WM 2018. Erstmals seit 2002 ist Thailand wieder mit der von der Partie. Mag die Euphorie auch noch so groß sein, sich vielleicht endlich mal für eine WM der Herren qualifizieren zu können, so kocht die Hoffnung allenfalls auf Sparflamme.

Zu sehr sind die beiden großen Nationen Japan und Australien der Favorit auf die ersten beiden Plätze. Und auch der Spielplan meint es nicht sonderlich gut mit den Thais. Gut man hätte es sogar noch schlimmer erwischen können. Aber drei Auswärtsspiele gegen Saudi-Arabien, die Emirate und den Irak sehen nicht gerade nach einem vielversprechenden Auftakt aus. Dazu kommen die beiden Heimspiele gegen die beiden Favoriten im September und November.

Es gibt nicht wenige, die Thailand eine Überraschung zutrauen, und auch Trainer Kiatisuk Senamuang traut seiner Elf einiges zu. Doch muss er zum Auftakt auf seinen besten Torjäger Adisak Kraisorn verzichten. Der hatte sich kurz vor der Abreise im Ligapokal verletzt und konnte den Weg in das Trainingslager nach Katar nicht mit antreten. Für ihn wurde Mika Chunuonsee von Bangkok United nachnominiert. Sein Mannschaftskollege
Dechmitr, verletzte sich in einem Ligaspiel vor zwei Wochen, und muss ebenfalls zuhause bleiben, obwohl er am 28. Spieltag, kurz vor Abreise, schon wieder für den Tabellenzweiten auflief.

Von den beiden abgesehen hat Zico aber seine Stammelf zusammen und sorgte mit der Nominierung von Siroch Chatthong für eine Überraschung. Der 23 Jahre alte Stürmer spielt in der 2. Liga für Tabellenführer Ubon UMT United und konnte in der bisherigen Saison zwei Tore erzielen. Im Testspiel gegen Katar kam er auch gleich zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Und das über volle 90 Minuten.

Die Begegnung ging 0:3 verloren und fand auf Wunsch der Katarer, hinter verschlossenen Türen statt, die in der anderen Gruppe ebenfalls um eine WM-Teilnahme kämpfen. Da es keine TV-Bilder von der Partie gibt, ist es uns auch nicht möglich ein Urteil über die Partei und die Leistung des Newcomers Chatthong abzugeben. Der Chef aber lobte den Neuling anschließend für seine physische Stärke und dass er den Ball nicht so leicht hergäbe.

Ansonsten schonte Senamuang einige Stammspieler gegen Katar und brachte einige davon erst in den letzten 30 Minuten. Dennoch las sich selbst die Startelf auf dem Papier gar nicht so schlecht.

Die erste Niederlage gegen eine katarische Elf nach 34 Jahren sah der 43-Jährige recht entspannt und gewann ihr postitives ab. Es sei ein Dämpfer zur richtigen Zeit gewesen und es wurden Fehler offengelegt.

Gegen Saudi-Arabien zum Auftakt am Donnerstag dürfte dann aber wieder die, größtenteils, gewohnte Mannschaft in einem 4-3-3/4-2-3-1 auf dem Platz stehen. Es ist davon auszugehen, dass Senamuang nicht von seiner bekannten Formation abweichen werden wird. Kapitän Teerathon auf Links hinten, Rechts Do. Tanaboon Kesarat in der Innenverteidigung. Endlich wieder zurück in der Nationalelf ist Charyl Chappuis, der gegen Katar seine Rückkehr nach einer langen Verletzungspause feiern konnte. Er könnte im Mittelfeld ebenso auflaufen wie Anan, Yooyen und klar, Songkrasin. Im Sturm dürfte mit Thaweekarn, Tossakrai und Dangda im Zentrum zu rechnen sein.

Thailand und Saudi-Arabien trafen zuletzt im Rahmen der WM-Qualifikation zur WM 2014 aufeinander. Damals im November 2011, unter Leitung von Winfried Schäfer, verlor Thailand im King-Fahd-Stadion mit 0:3. Im Vergleich zu damals befinden sich heute auf der Seite von Thailand nur noch Sinthaweechai und Teerathon im Kader. Auf Seiten der des Gegners, immerhin noch sieben Spieler. Unter anderem Osama Hawsawi und Naif Hazazi, der damals zum 1:0 traf. Entweder Hazazi oder Al-Sahlawi kann man vorne im Angriffszentrum erwarten. Aus der U-23, die noch zu Jahresbeginn bei der Asienmeisterschaft auf Thailand traf (1:1), hat es aktuell nur Fahad Al-Muwallad in den Kader geschafft.

Bert van Marwijk

Trainer der Saudis: van Marwijk
Bild: © ING Nederland (CC BY-SA 2.0)

Wie vor fünf Jahren sitzt auch diesmal ein Holländer auf der Bank. Nur hört er jetzt nicht mehr auf den Namen Frank Rijkard, sondern auf den Namen Bert van Marwijk. Bekannt aus der Bundesliga als Trainer des BVB und des HSV, übernahm der inzwischen 64 Jahre alte Coach im August 2015 das Amt im Mittleren Osten. Seine Bilanz von 6-2-0, kann sich dabei durchaus sehen lassen. Normalerweise lässt Bert van Marwijk seine Elf in einem 4-2-3-1 auflaufen. Daran dürfte sich auch gegen die Thais nur wenig ändern.

Zur Vorbereitung suchte man sich zum Testen Laos aus, und warum das so war, dürfte auf der Hand liegen. Den Testkick gewannen die Saudis locker mit 4:0. Wobei drei der vier Tore zwischen der 86. und dem Ende fielen.

Alles andere als eine Niederlage der Elf um Kapitän Teerathon gegen Saudi-Arabien, das aktuell auf Platz 61 der FIFA-Rangliste liegt, und damit gut 60 Plätze vor Thailand, wäre eine Überraschung. Gleichzeitig wäre ein Unentschieden natürlich ein guter Start, bevor es nächste Woche gegen die Bundesliga-Weltauswahl Japans im heimischen Rajamangala geht und das qualitativ schwerste Pflichtspiel sein dürfte, welches Thailand in jüngster Vergangenheit bestritten hat.

Die kleine Flamme der Hoffnung will schließlich genährt werden. Und so ganz ist man ja nie ohne, wie Teerasil Dangda kürzlich die FIFA wissen lies: "Klar denken wir manchmal daran, zur WM zu fahren. Auch wenn wir wissen, dass die Chancen sehr klein sind. Aber wir haben immer die Hoffnung. Hätten wir sie nicht, warum sollten wir dann überhaupt erst spielen?"
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