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WM-Quali: Bundesligaauswahl zu Gast im Rajamangala

Thai Nationalmannschaft Takashi Usami

Takashi Usami vom FC Augsburg
Bild: © Fuguito (CC BY-SA 3.0)

"Ein verwundetes Tier kann zu einem gefährlichen Biest werden", sagte Nationaltrainer Kiatisuk, als er auf den kommenden Gegner im Rahmen der WM-Quali angesprochen wurde. Der Spruch vom angeschlagenen Boxer würde hier auch gut passen. Denn so gesehen haben die Gäste aus Japan schon gleich in der 1. Runde einen erheblichen Treffer kassieren müssen. Da kommt ein paar Tage später das winzige Thailand gerade recht.

Das steckt seinerseits in einem kleinen Dilemma vor der Partie gegen den Haushohen Favoriten. Einerseits könnte die Enttäuschung über die Niederlage in Riad noch in den Köpfen und in den Beinen stecken, und sich besonders im Verlaufe der Partie bemerkbar machen, wenn Japan mal schnell mit zwei oder drei Toren führen sollte. Anderseits, und das wäre der positive Ansatz, haben die Thais absolut nichts zu verlieren.

Keiner erwartet einen Sieg oder einen Punkt gegen eine Mannschaft, die mit so viel individueller Klasse und Erfahrung ausgestattet ist. De facto kommt auf die Thais, etwas übertrieben formuliert, die halbe Bundesliga zugerollt. Insgesamt befinden sich 11 Spieler im Kader, die entweder schon in der Bundesliga gespielt haben, oder dies aktuell tun. Alle zusammen, kommen auf 846 Spiele in Deutschlands Topliga. Allen voran der Frankfurter und Kapitän der Blue Samurai, Hasebe, mit 212 Einsätzen.

Bei der Niederlage am letzten Donnerstag im Saitama-Stadion gegen die Asuwahl der Emirate, die ebenso unglücklich war wie der Thais, standen Okazaki, Hasebe, Kiyotake, Kagawa sowie Gōtoku Sakai und Hinori Sakai in der der Startelf. Eingewechselt wurden dann noch Usami, Asano, der gerade vom FC Arsenal ins Ländle zum VfB gewechselt ist, und Haraguchi.

Japans Trainer Vahid Halilhodžić schickte seine Elf in einem 4-2-3-1 aufs Feld mit Okazaki als Spitze. Nach elf Minuten gingen die Hausherren durch Honda (AC Milan) in Führung. Nur wenig später kam der Ausgleich durch Asiens Fußballer des Jahres 2015, Ahmed Khalil. Er war es auch der in der 54. Minute mit einem Panenka-Elfer zum 1:2-Endstand traf. Die Entscheidung pro Strafstoß war mindestens ebenso soft und fragwürdig wie am gleichen Tag jener, den Thailand hinnehmen musste.

In der Nachspielzeit traf Asano eigentlich zum Ausgleich. Der Ball ging klar über die Linie, doch das Schiedsrichtergespann aus dem Katar entschied auf kein Tor.

Sowohl Thailand als auch Japan legten nach ihren Spielen Protest ein. Japan gegen das nicht gegebene Tor, die Thais wegen der 2. Gelben Karte für Yooyen nach der Partie. Beide Entscheidungen blieben logischerweise stehen und Yooyen wird somit am Dienstag fehlen. Für Thailand ein ziemlich herber Verlust im defensiven Mittelfeld. Für ihn wurde Adul Lahso vom FC Chonburi nachnominiert.

Kiatisuk Senamuang erklärte bereits, dass er an seiner Elf nicht viel ändern möchte. Da es sonst keine weiteren Ausfälle gibt, und die Abwehr gegen Saudi-Arabien eigentlich funktionierte, gibt es auch keine Veranlassung dazu. Wer den Platz von Yooyen übernehmen wird, lies Kiatisuk aber offen. Möglich, dass Charyl Chappuis nach seiner langen verletzungsbedingten Auszeit, seine Chance erhält.

Die Bilanz Thailands gegen Japan ist gelinde gesagt: erschreckend. Turnierübergreifend konnte Thailand bisher dreimal gewinnen. Demgegenüber stehen 17 Siege für das Land der "Aufgehenden Sonne". Der letzte Sieg der Thais datiert aus einem Freundschaftsspiel 1997. Im Rahmen einer WM-Qualifikation traf man zuletzt 2008, auf dem Weg nach Südafrika, aufeinander. 1:4 und 0:3 lauteten die Resultate.

Noch recht frisch in Erinnerung dürfte die Begegnung bei der AFC U-23-Meisterschaft zu Beginn des Jahres sein. Obwohl sich die Thailänder schon etwas ausrechneten, setzte es am Ende eine herbe 0:4-Klatsche mit zwei Elfmetern für den Gegner.

Die Begegnung am Dienstag könnte ähnlich enden. Und dennoch versprüht sie einen großen Charme und eine große Anziehungskraft. Binnen weniger Minuten war es mit 49.000 Zuschauern ausverkauft. Hinzukommt, ein vermutlich voller Gästeblock. Es werden einige Ultras aus Japan erwartet, und die japanische Expatcommunity ist nicht gerade klein in Thailand. Städte wie Siracha dürften an dem Abend vermutlich sogar, fast, ohne einen japanischen Expat sein. Für die kleine Stadt am Golf von Siam ein eher seltenes Bild. Besonders am Abend.

Neben den Superstars der TPL dürften sich auf der Tribüne auch noch Politiker und Funktionäre aller Farben einfinden. Gesehen und gesehen werden, wenn es, zum qualitativ, schwersten Spiel für Thailand kommt, das gleichzeitig das leichteste für die Thais ist. Man ja nichts zu verlieren. Und ein wütend anrennender Samurai, das kennen wir aus Kinofilmen, muss nicht immer erfolgreich sein. Wenn sein Gegner, seine Schwächen ausnutzt.
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