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Thailand gewinnt den King's Cup 2016

Thai Nationalmannschaft Kawin Thamsatchanan

Erneut ein Rückhalt: Kawin
Bild: © Thananuwat Srirasant

Thailand gewann am Sonntag zum ersten Mal seit neun Jahren wieder seinen eigenen Kings' Cup. Dabei werden die Zahlen 4, 44 und 100 auf immer mit dem Gewinn verknüpft sein.

Der Höhenflug der thailändischen Nationalelf setzt sich ungehindert fort. Zu den Erfolgen in den vergangen Jahren unter Trainer Kiatisuk Senamuang, der kürzlich einen 1-Jahresvertrag mit der der neuen Verbandsführung unterschrieb, gesellt sich nun neben dem erreichen der Letzten 12 in der WM-Qualifikation auch noch der Gewinn des King's Cup. Ein Gewinn, mit dem nicht zu rechnen war und der eigentlich ein Härtetest für die kommenden Partien in der Qualifikation zur WM in Russland sein sollte.

Für die 44. Ausgabe des traditionellen Einladungsturniers konnte man die Teams aus Jordanien, Syrien und den Emiraten gewinnen. Alles Mannschaften, die in der Weltrangliste weit vor den Thais stehen. Die Auslosung vor dem Turnier, welches im K.-O-.System ausgetragen wurde, ergab, dass Thailand im "Halbfinale" auf die Überraschungsmannschaft der aktuellen WM-Quali aus Syrien treffen sollte. Während Thailands Gruppengegner in der 3. Vorschlussrunde zur WM in Russland, die Emirate, auf Jordanien zu treffen hatten.

Zico vertraute größtenteils auf seine angestammten Spieler, soweit diese verfügbar waren. In der Innenverteidigung lies er aber überraschend Tanaboon Keserat auflaufen, der bei Muang Thong sonst seine Rolle im defensiven Mittelfeld hat. Neben ihm Promrak (BEC Tero Sasana), der erstmals seit 2014 wieder ein A-Länderspiel absolvierte. Taktisch gab es keine Experimente und Kiatisuk vertraute auf sein gewohntes 4-3-3 mit Teerasil in der Spitze, flankiert von Mongkol und Kroekrit.

Gegen Syrien ging Thailand völlig verdient mit 2:0 in die Pause. Kawin im Tor, der langsam, wieder der alte ist, vereitelte die wenigen Chancen der Syrer. Diese deckten in der zweiten Halbzeit die Schwächen der thailändischen Abwehr auf und kamen so zum 2:2-Ausgleich kurz vor Ende der Partie. Erneut zeigte sich, dass vor allem Tristian Do auf rechts eine Schwachstelle ist. Beim Augleich lies Do mit Laissez-faire einen Pass passieren und Promrak, auf Außen auf sich allein gestellt, lies sich mit einem billigen Haken ausspielen. Osama Omari hatte jetzt alle Zeit der Welt, locker in den Strafraum zu flanken.

Der Einzug in das Finale musste also im Elfmeterschießen entschieden werden. Dies konnte Thailand, dank zweiter Paraden von Kawin mit 7:6 für sich entscheiden. Dechmitr, der seinen Elfer an die Latte setzte, müssen danach vermutlich einige Hundert Steine vom Herzen gefallen sein.

Im Finale ging es dann gegen Jordanien, dass sich zuvor gegen die Emirate mit 3:1 durchsetzen konnte. Thailand startete mit viel Esprit gegen eine Mannschaft aus Jordanien, die nur wenig selbst agierte. Doch die ersten Minuten vergingen ohne eine größere und nennenswerte Chance der Thais und zur Halbzeit hin verflachte das Finale zusehends. Zurück aus den Kabinen tat Jordanien jetzt wesentlich mehr und ging auch früh drauf. Und genau in dieser Phase passierte Ungewöhnliches. Unter Druck, lies sich die Mannschaft nicht verrückt machen und kam durch Kroekrit Thaweekarn in der 50. Minute zum 1:0.

Die Gäste machten danach weiter Druck, doch die Abwehr hielt stand. Das zweite Tor der Partie war mindestens so sehenswert wie das erste. Einen Angriff von Thailand, wie es leibt und lebt im Angriff, allerdings mit durchdachtem, ruhigen und klugem Spiel im 16er, vollendete die Nummer 4, mit seinem zweiten Tor zum Gewinn des 44. King's Cup. Und das im 100. Jahr des Bestehens der Thai FA.

Mit dem Gewinn des King's Cup, und den zwei Partien gegen Syrien und Jordanien, scheint es als könne die letzte Runde der WM-Quali, die im September beginnt, kommen. Seit der 2:5-Niederlage gegen den Libanon im März 2014 hat Thailand nicht mehr gegen ein Team aus dem Nahen Osten verloren. Einstmals war dies eine große Schwäche der Thais. Bedenkt man, dass mit dem Irak, den Emiraten und Saudi Arabien gleich drei drei Gegner in der Gruppe B aus dieser Region kommen, könnte das durchaus Anlass zur Hoffnung geben. Dennoch: Die bekannte Baustelle aber bleibt für Trainer Kiatisuk Senamuang. Die Abwehr. Do ist nach wie vor kein Außenverteidiger, sondern eher ein offensiver Rechsaussen. Gegen Japan und Australien könnte dies böse enden. Viele Fehler und vor allem taktische Fehler in der Abwehr, machte Thailand bisher meist im Kollektiv wieder wett. Ob dies jedoch am Ende reichen wird?

Positiv jedoch, dass Thailand inzwischen in der Lage ist, Tore zu schießen. Und dies aus allen möglichen Situationen heraus. Dass es trotz des einen oder anderen Wacklers sich nicht zwingend verunsichern lässt, und um seine Stärken weiß.

Trikot zum 100 Jährigen

Trikot zum 100 Jährigen
Bild: © Grand Sport (modifziert)

Insofern brachte der Gewinn des 44. King's Cup, keine wirklich neue Erkenntnis. Aber er bringt Selbstvertrauen vor der ersten Partie gegen Saudi-Arabien im September. Und wer weiß, vielleicht kann Kiatisuk am Ende seiner noch jungen Trainerkarriere noch einmal einen drauflegen. Mit dem Gewinn des Pokals, der dem König Bhumibol Adulyadej gewidmet ist, und den vorherigen Erfolgen ist das Denkmal für den Nationalhelden des thailändischen Fußballs aber ohnehin schon ins unermessliche gewachsen.

Das Trikot zum 100-Jährigen

Der thailändische Verband feiert in diesem Jahr sein 100 jähriges Jubiläum. Eigens dafür hat er bei Grand Sport eine Neuauflage des ersten Trikots der Nationalelf auflegen lassen. In Rot-Weiß. Längs gestreift und mit dem alten Wappen. In diesem lief dann auch die Elf in beiden Partien des 44. King's Cup auf. Gleichzeitig ging das Trikot mit Start des Turniers am 3. Juni in den freien Verkauf. Noch am gleichen Tag musste Grand Sport den Ausverkauf melden. 25.000 Exemplare, davon 20.000 als Replica (590 - 630 Baht) und 5.000 als Spielerversion (1.390 - 1.430 Baht) gingen am ersten Tag über die Ladentheke. Online war der Ansturm so groß, dass der Shop von Grandport zwischenzeitlich in die Knie ging.

Inzwischen hat der Ausrüster, bei der FA angefragt ob man weitere Exemplare in Auftrag geben könne. Wie schon zuvor sollen diese dann über die eigenen Distributrionskanäle, sprich die Outlets von Grand Sport und Super Sports vertrieben werden. Im Interesse der Fans, und erst nach dem Erfolg beim King's Cup, wäre dieses äußerst wünschenswert.
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