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Thailand drohen zwei Verbandswahlen

Thailändischer Verband
Sisaket FC Esan United Der Streit um die Austragung der FAT-Wahl ist immer noch nicht beigelegt. Neben einer Sperre durch den Weltverband FIFA drohen nun möglicherweise gleich zwei Verbandswahlen.

Angeführt von Präsidentschaftskandidat Virach Chanpanich und Chonburi FC Vizepräsident Annop Singtothong traf sich die Opposition mit dem Vorsitzenden der SAT, Kanokphand Chulakasem, am Dienstagmorgen. Ihr Anliegen: Man wollte sich die Genehmigung einholen um schnellst möglich die Verbandswahlen selbst durchführen zu können. Mit 108 Mitgliedern im Rücken besitzt die Opposition die nötige Mehrheit, die nach Verbandsrecht ausreichend ist, um eine Mitgliederversammlung einberufen zu können und die Wahl des Präsidenten durchzuführen.

Worawi Makudis dritte Amtszeit endete offiziell am 16. Juni. Sind der Verband bzw. das Präsidium nicht in der Lage binnen 21 Tagen Neuwahlen durchzuführen, haben die Vereine laut Satzung das Recht nach 30 Tagen selbst eine Wahl abzuhalten.

Dass die Wahl unter dem alten Vorsitz bisher nicht durchgeführt wurde, liegt an den Statuten welche, geht es nach der FIFA, geändert werden sollen. Im Zentrum steht dabei die Reduzierung der stimmberechtigten Mitglieder von 180 auf 72. Dafür berief Makudi am 16. Juni ein Meeting ein in dem alle Mitglieder des Verbandes darüber abstimmen sollten. In Anbetracht der Auswahl der 72 Vereine sieht die Opposition nur einen Schachzug Worawis um sich eine weitere Amtszeit zu sichern. 

Der Amateurverein Pattaya FC legte vor Gericht dagegen Einspruch ein und die Sitzung musste abgesagt werden. Kurz darauf hat der scheidende Vorsitzende neue Termine angesetzt. Demnach soll am 8. August zunächst erneut ein Vertreter der FIFA nach Thailand reisen und die Vereine darüber aufklären, warum der Vorschlag des Weltverbandes auf Reduzierung der Stimmen notwendig sei. Geht es nach Worawi soll nur einen Tag später über die neuen Regelungen abgestimmt werden. Die Wahl des Präsidenten hat er für den 23. September festgesetzt.

Die 30-Tage-Regelung läuft nun am 1. August ab und die SAT gab den Gegnern Worawis, nach einem zwei Stunden dauerndem Gespräch, grünes Licht. Diese wollen nun mit 7 Tagen Vorlaufzeit alle Mitglieder zur Wahl des Verbandsvorsitzenden am 8. August um 9:00 einladen.

Nur einen Tag später wurden den Hoffnungen des FIFA-Exekutiv-Komiteemitglieds Worawi Makdui neue Nahrung gegeben. Stellte sich die SAT einen Tag zuvor hinter die Opposition, so tat sie dies einen Tag später in die andere Richtung. Der Sportverband stimmte der vorgelegten Satzungsänderung mit Abstrichen zu, um sie auf eine Linie mit der FIFA zu bringen. Die Abstimmung genieße Priorität, aber es müssten noch ein paar Änderungen vorgenommen werden sagte Somporn Chaisongkhram gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Es müsse sichergestellt sein, dass die neue Charta mit thailändischem Recht vereinbar sei. Welche Punkte dies aber genau sind, wurde nicht benannt.

Möglicherweise handelt sich dabei aber um folgenden Punkt, den das Local Administration Department (LAD) in einem Schreiben an die SAT wie folgt zum Ausdruck brachte: Die überarbeiteten Bestimmungen, wonach "ein Landesgericht das rechtliche Gehör gewährt und streitschlichtend wirken soll" könnten im Widerspruch zur Verfassung des Landes stehen, denn diese bestimmt, dass drei Gerichtsbarkeiten existieren: die unteren Gerichte, die Berufungsgerichte und der Oberste Gerichtshof. Der Sportverband ersuchte Anfang der Woche um Rat bei dem LAD, welches die übergeordnete Instanz ist und zum Innenministerium gehört.

Somporn Chaisongkhram dazu: "Die SAT wollte einfach nur sichergehen, dass Änderungen nicht gegen die Verfassung verstoßen. Das LAD befand, das einige Punkte thailändischem Recht widersprechen könnten. Ansonsten spricht aber nichts gegen eine Änderung der Charta."

Worawi Makudi zeigte sich dann auch zufrieden: "Die SAT hat die Thai FA offiziell darüber informiert, dass sie mit der Adaption der FIFA Statuten übereinstimmt, über die auf einer außergewöhnlichen Tagung am 9. August abgestimmt werden soll. Gefolgt von der Wahl bis zum 30. September." 

Es sei zwingend dass die FAT, als Mitglied der FIFA, den ausgelegten Bestimmungen folge leistet so Makudi und konnte sich des folgenden Statements nicht erwehren: "Ich wollte immer nur das richtige für Thailand und den Thai Fußball tun. Niemand steht über dem Spiel. Es ging nie um mich oder andere Personen." Dies hätte Sepp Blatter vermutlich nicht besser Ausdrücken können und Investigativjournalisten werden an diesem Satz sicher ihre helle Freude haben.

Doch auch für die Änderung der Statuten benötigt Worawi eine Mehrheit der 180 Mitglieder und diese scheint eher unwahrscheinlich. Es sei denn, er macht seine Drohung war und schließt die 108 opponierenden Klubs vom Verband aus. Annop Singtothong lies derweil wissen, dass die Vorbereitungen zur Wahl am 8. August ungehindert weiter gehen.

Thailand drohen also zwei Wahlen zur Präsidentschaft des Fußballverbandes, eine Sperre durch die FIFA, falls die erste Wahl ohne geänderte Statuten stattfinden sollte und die Frage, welche der beiden Wahlen am Ende durch die lokalen Behörden offiziell anerkannt werden. Von eventuellen weiteren Rechtsstreitigkeiten ganz zu schweigen.

Apropos schweigen. Auffallend zurück hält sich aktuell Newin Chidchob, Unterstützer des Kandidaten Virach Chanpanich. Vielleicht auch, weil er sich plötzlich in einer Zwickmühle sieht. Zwar hätte er gerne seinen Mann anstatt Worawi auf dem Stuhl des Präsidenten, doch sollte die FIFA Thailand mit einer Sperre belegen, wäre wohl sein Verein als Erster davon betroffen. Buriram United droht dann nämlich der Ausschluss vom Viertelfinale der AFC Champions League.
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