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Thai Division One: Tradition und Geldnot im Abstiegskampf

Thai League 2 Thupatemee-Stadion

Legenden im Thupatemee
Bild: © thai-fussball.com

Nach unserem Blick auf die obere Tabellenhälfte der zweiten thailändischen Liga schauen wir in unserem zweiten Teil auf den Abstiegskampf. Dieser beginnt, Stand des 19. Spieltages, mit dem Rekordmeister Air Force United.

Die neue Zeitrechnung des Fußballs in Thailand bringt es mit sich, dass alteingesessene Vereine verdrängt werden und den Anschluss verpassen. Ein Opfer, Air Force United. Seit dem Abstieg 2004 bringt der Rekordmeister Thailands kaum mehr ein Bein auf den Boden. Abgesehen von einem knapp verpassten Aufstieg 2007, wurde fast immer gegen den Abstieg gekämpft. Viele Trainerwechsel in der Vergangenheit waren hier sicher nicht hilfreich. Vor wenigen Tagen wurde Arjhan Srong-ngamsub geholt um den Klub aus dem Keller zu führen. Was dem Assistenten von Winfried Schäfer bisher auch gut gelungen ist. Mit Platz neun ist die Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen aber noch vorhanden.

Erschwerend kommt hinzu, dem Armeesportverein ist es derzeit versagt, im heimischen Thupatemee-Stadion antreten zu können. Wegen Renovierungsarbeiten müssen die Heimspiele vorausichtlich bis Ende der Saison im Stadion von North Bangkok FC ausgetragen werden.

Songkhla FC rangiert auf Platz 10 und hat zu Beginn der Saison viele Leistungsträger verloren. Nach zwei verpassten Aufstiegen hatte sich Präsident Nipon Boonyamanee einen weiteren Verein gegönnt und die Lizenz vom FC Buriram (jetzt Wuachon United) übernommen. Den immerhin bereits 1999 gegründeten Fighting Bulls bleibt damit nur noch die Rolle des Juniorpartners. Vornehmlich junge und weniger bekannte Spieler machen den Kern des Teams aus. Die gewünschten Verstärkungen blieben Trainer Sompong Wattana versagt. Lediglich Witthawat Iamram und Kittipong Rongrakund wechselten vom "großen Bruder" Wuachon.

Die T-Rex aus Khon Kaen ist der aktuell am schlechtesten platzierteste Absteiger, konnte aber überraschenderweise viele seiner Spieler halten. Unter anderem blieben fast alle Legionäre dem Isaan-Klub treu. Vieles passt aber einfach nicht so recht zusammen und so hat inzwischen auch Kapitän Rermrat Ngam-Chareon den Verein nach Querelen verlassen.

Dem "kleinen" FC Bangkok gelang nach dem verblüffenden Aufstieg 2010 im letzten Jahr gar der Klassenerhalt. Der Angriff auf die oberen Tabellenplätze sollte mit Verpflichtungen von Erstligaspielern gelingen. Neben vielen anderen wurden Mika Chunuonsee und Ivan Brozovic von BEC-Tero geholt. Trotz allem kam der ambitionierte Bangkoker Club, dem mit Taya Teepsuwan gar eine Frau als Präsidentin vorsteht, nicht aus den Startlöchern. Zur Saisonmitte räumte der langjährige Trainer Thongsook Sampahungsith seinen Stuhl. Ihn ersetzte kein geringer als Thailegende Kiatisuk Senamuang und mit Sarayuth Chaikamdee von Army United wurde noch ein Torjäger unter Vertrag genommen. Nach einem ersten Dreier ist die anfängliche Euphorie aber schon wieder verflogen. Eine Schwalbe macht dann doch noch keinen Sommer. Und auch kein Zico und 5-yard Joe.

Einen Platz hinter Zico's Mannen, und damit gerade noch auf einem Nichtabstiegsplatz, liegt das Team seines Freundes und Geschäftspartners Tawan Sripan. Beide betreiben zusammen die Agentur "Sport Hero". Der FC Saraburi verfolgt ebenfalls höhere Ziele, schließlich konnte die letzte Saison als Aufsteiger auf Rang 7 beendet werden. Vier Heimsiegen steht bisher aber nur ein Auswärtssieg gegenüber und dieser datiert immerhin schon vom 8. Spieltag.

Die Abstiegsplätze 14 bis 18 haben die Sorgenkinder der Liga inne. Vor allem in finanzieller Hinsicht. Hier zeigt sich erstmals besonders deutlich die Abhängigkeit des Fußballs in Thailand vom Geld aus der eigenen Tasche eines Präsidenten und einer vernünftigen Finanzplanung. Neuling Phattalung startete mit viel Euphorie in die Saison und spielte sofort oben mit. Der Absturz folgte, als bekannt wurde, dass der Verein kein Geld mehr habe und Spieler nicht bezahlt werden konnten. Schon mit Beginn der aktuellen Transferperiode im Juni verließen viele gute Spieler en masse den Verein. So konnten teilweise Partien mit nur 11 Mann angetreten werden. Phattalung hielt sich dabei sogar noch recht gut. Mit allen Mitteln wurde und wird versucht, den Verein am Leben zu halten. Ein vorzeitiger Rückzug aus der Liga hätte eine 2-jährige Sperre zufolge.

Bereits vor der Saison stand der FC Phuket kurz vor dem Aus. Bis zur "letzten Minute" rang der Klub des Ferieninsel darum, ob es möglich sei, in die Saison zu starten. Es fehlte schlicht an allem. Geld, Führung, Spieler. Fans taten sich zusammen, um die Mannschaft finanziell zu unterstützen und um wenigstens in die Saison starten zu können. Die finanzielle Situation besserte sich nicht wirklich im Laufe der Spielzeit, woher auch. Bis plötzlich in Form von Pamuke Achariyachai ein "reicher Onkel" auftauchte. Der Besitzer der Kata-Group bezeichnet sich selbst als Fußballfan und konnte es nicht mehr mit ansehen, wie der örtliche Club am Abgrund taumelt. Nach dem man Jahre warten musste, bevor die Fußballlandkarte Thailands sich endlich mit Teams aus dem Süden füllt, wäre es sehr schade, wenn sowohl Phuket als auch Phattalung in das sprichwörtliche "Gras beißen müssten".

Wenige Tränen würden wohl Rangsit JW nachgeweint werden, würden es durch einen traditionsbehafteten Aufsteiger aus der Regionalliga ersetzt. Dem Abstieg entgegen taumelt auch der große FC Raj-Pracha. Als einer DER großen Traditionsvereine in Thailand hat er die Neuzeit völlig verschlafen. Der 4-fache Meister Thailands scheint nirgendwo heimisch zu werden und hat Mühe, Sponsoren, Zuschauer und Spieler zu finden. Da schmerzt es an dieser Stelle schon erheblich, nicht mehr und vor allem Positives über Raj-Pracha schreiben zu können.

Das Geld nicht immer zum Erfolg führt, zeigt dagegen das Schlusslicht Chanthaburi. 2010 stieg die Firma Cash Today in den Verein ein und pumpte eben solches in den Klub. Zweimal in Folge wurde der Großangriff auf die erste Liga geplant. Beide Male scheiterte man kläglich und entging nur knapp dem Abstieg. Ohne Geld und mit bisher 82 Gegentoren und keinem Sieg auf dem Konto scheint der Abstieg bereits beschlossene Sache. Mit einem vor wenigen Wochen installierten neuen Präsidenten wird jetzt versucht, wenigstens in ruhige Gewässer zu gelangen. Vordringlichstes Ziel ist es, die Saison zu Ende zu bringen, um eine Sperre zu vermeiden. Wurden in der ersten Saisonhälfte in aller Regelmäßigkeit hohe Niederlagen kassiert, konnten zuletzt zumindest knappe Ergebnisse erzielt werden.
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