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Teil 1: Mit Muang Thong Big in Japan - Tokyo rockt!

Abseits des Platzes - Report Muang Thong Fans

Muang Thong United Fans
Bild: © thai-fussball.com

Einer unser Autoren machte sich im März auf nach Japan um das Erste große Auswärtsabenteuer seines Klubs Muang Thong United in der AFC Champions League zu begleiten. Hier ist der erste Teil seines Reiseberichts.

Schon länger stand Tokyo auf meiner Liste noch abzuarbeitender Reiseziele, doch erst König Fussball musste kommen, um auch einen geeigneten Anlass dafür zu haben: Muang Thong´s Auswärts-Debüt in der asiatischen Königsklasse gegen Urawa Red Diamonds! Ganz wichtig war vorher natürlich das Beschaffen entsprechender Garderobe, denn in Tokyo kann es im März mächtig kühl werden. Ganz besonders, wenn man die Thai-Temperaturen gewöhnt ist und nicht viel mehr als ein paar T-Shirts und ein dünnes Jäckchen im Kleiderschrank hat.

Zwei Tage vor dem Spiel hieß es dann 6 Uhr morgens Augen auf und fertigmachen zum Abflug. Mit dem Taxi ging es von Muang Thong Thani aus runter in den Südosten Bangkoks zum Flughafen Suvarnabhumi, nur um festzustellen, dass Air Asia vor ein paar Monaten ja nicht nur mit den Inlandsflügen zum Don Muang-Flughafen umgezogen ist, sondern seitdem auch die internationalen Flüge von hier starten… Also das Ganze kehrt und 30 Kilometer in die andere Richtung zurück. Ich meine, wer hat schon die Zeit, vorher auf dem Buchungszettel nach dem genauen Abflugsort zu schauen…

Meine größte Sorge galt ohnehin der Ankunft in Tokyo, wollte ich doch unbedingt den letzten Zug schaffen, um nicht mit einem natürlich weitaus teureren Taxi zum Hotel fahren zu müssen. Das Flugzeug landete jedoch vor der geplanten Zeit und der Bahnsteig für den Zug war mehr als einfach zu finden.

Was sofort auffiel: die vielen Fahrgäste mit Atemschutz- bzw. Staubmasken. Dabei ist die Luft in Tokyo heutzutage für eine Stadt dieser Größe ziemlich sauber. Allerdings tragen viele Japaner diese Masken auch, damit sie nicht von anderen gesehen werden können…Im Hotel angekommen ging es trotz Kälte und Müdigkeit aber noch einmal zum nächsten 7/11, um ein paar Biere der Marke Kirin zu besorgen. Kult muss schließlich sein, wenn man schon wegen den „Kirins“, wie der Spitzname Muang Thongs lautet, dort ist.

Am nächsten Tag war Sightseeing angesagt, natürlich nach dem obligatorischen Besuch eines der unzähligen Nudelsuppe-Shops zum Frühstück. Allerdings ist es etwas gewöhnungsbedürftig, wenn dabei direkt neben einem geschlürft wird, was das Zeug hält. Auch den Rotz in der Nase hochziehen ist ein beliebter Sport in Japan, wie ich später in der S-Bahn feststellen durfte- bloß kein Taschentuch zu Hilfe nehmen….
Mein erstes Ziel hieß Harajuku, ein Stadtteil mit angesagten Boutiquen- einfach nur mal zum Gucken. Die Sonne schien und auch die Temperaturen machten einigermaßen mit, auch wenn gelegentlich ein kalter, scharfer Wind um die Ecken fegte. Aber dafür hatte ich ja meine Winterausrüstung mit Fellkapuze. Auch einer meiner MTU-Schals kam nun endlich mal zum Einsatz, denn bei der Hitze in Thailand sind die Dinger ziemlich lästig. Da ich absolut keinen Plan hatte, wie die Entfernungen in Tokyo sind, startete ich zu Fuß und stellte fest, dass man locker innerhalb von 10-20 Minuten von einer S-Bahn-Station zur nächsten gelangen kann. Bis Harajuku waren es 3 oder 4 Stationen, also ging ich zu Fuß und schaute mir dabei gleich mal die Stadt an.

Was in Tokyo sehr auffällig bzw. unauffällig war, sind die Autos. Im Gegensatz zu Bangkok scheint es dort nämlich kaum welche zu geben. Dafür gibt es unzählige Gassen und kleine Straßen für Fußgänger. Motorisierter Verkehr spielt sich mehr oder weniger nur rings um die verschiedenen Viertel ab. Wenn in den Wohn- oder Geschäftsvierteln denn wirklich mal ein Auto kommt und man vielleicht gerade eine Straße quert, hält dieses natürlich sofort an und man hat als Fußgänger immer den Vortritt. Ebenso diszipliniert verhielten sich die wenigen Mopedfahrer, die bei Rot nicht etwa bis vor zur Kreuzung fuhren, sondern sich in einer Schlange mit den Autos einreihten.

Nachdem ich meinen Glauben an die menschliche Gattung im thailändischen Verkehrsalltag in den letzten Jahren bereits vollständig verloren hatte, war das viel größere Tokyo dagegen absolut entspannt. Ebenso erholsam vom Alltag in Thailand war die fast septische Sauberkeit auf den Straßen. Keine Plastikbeutel oder anderer Müll, keine Straßenhändler, die die Gehwege fast unpassierbar machen und keine Ratten, die aus den Gullies kriechen. Fast wundert man sich, dass es in Asien auch anders geht…

Auch die wenigen Baustellen auf der Straße sind fein ordentlich abgezäunt und so abgedeckt, dass kein Baudreck auf die Straße gelangt. Zudem stehen an jeder noch so kleinen 3-Meter-Baustelle „Sicherheitsleute“ mit weißen Handschuhen und natürlich Schutzhelm, die einen extra darauf hinweisen, dass man vorsichtig passieren kann.

In Harajuku wollte ich in den Shops nach Flyern für Konzerte und Parties schauen, ist dies doch immer die beste Gelegenheit zu erfahren, was es an coolen Klubs gibt und wo abends was los ist. Da ich mich auf der Suche nach einem bestimmten Shop aber etwas verlaufen hatte, stieß ich auf ein Schild, das den Weg zum National-Stadion wies, welches 1964 für die Olympischen Spiele erbaut worden war. Wie auch in Thailand üblich, gelangte ich problemlos in den Innenraum der Arena, womit ich jedoch in Japan nicht gerechnet hatte. Dort trainierten ein paar Sportler und nach ein paar Fotos kam denn auch gleich jemand an, der mich auf Japanisch fragte, was ich denn hier machen würde. Mit englisch haben sie es in Japan leider auch nicht allzu sehr. Mit Hilfe eines freundlichen Klamottenhändlers fand ich doch noch den gesuchten Shop und entsprechende Flyer.

Shibuya-Kreuzung

Shibuya-Kreuzung in Tokyo
Bild: © thai-fussball.com

Überhaupt waren die Tokyoter sehr hilfsbereit, einem den Weg zu zeigen, wenn sie denn wussten, wo man hin will. Der coolste Flyer war die Ankündigung für eine Rock´n´Roll-Show: Little Elvis Ryuta vs. Joe Alcohol! Besonders den zweiten Namen fand ich ziemlich lässig, da sicherlich sehr sorgsam und mit Bedacht ausgewählt. Allerdings sollte das Konzert erst Ende April stattfinden, aber immerhin hatte ich nun einen ersten Anlaufpunkt, die Star Lounge!

Vorher war aber ein Treffen mit meinem Bekannten Paul angesagt (ebenfalls Muang Thong Fan aus Bangkok, d. Red.), und zwar an der berühmten Kreuzung an der Shibuya-Station. Sobald die Autos Rot haben, geht auf der Kreuzung ein riesen Gewusel los, denn von fünf Straßenecken aus laufen jedes Mal an die 400 oder mehr Leute gleichzeitig aufeinander los, um die Kreuzung zu überqueren.

Da gibt es auch einige Raucherinseln, denn ansonsten ist es untersagt, auf den Straßen mit Glimmstängel rumzulaufen oder gar seine Kippen wegzuwerfen. Dafür gibt es auch spezielle Aufpasser, die die Raucherinseln bewachen und einen gegebenenfalls zurechtweisen, falls man sich davon zu weit entfernt. Die Inseln geben einem aber auch Gelegenheit, den Menschenstrom zu beobachten. Speziell die Girls sind äußerst attraktiv. Kein Wunder, denn die unzähligen kleineren und größeren Shops, Kaufhäuser und Restaurants in der Gegend scheinen die Schönheiten der Stadt magisch anzuziehen.

Falls der Song „I´m a girl watcher“ zufällig an dieser Kreuzung entstanden sein sollte, würde es mich jedenfalls nicht wundern. „Girl watching“ kann da echt zum Hobby werden und bei jedem Ampelgang ist es ein Leichtes sich in mindestens 20 absolute Schönheitsgöttinnen unsterblich zu verlieben. Die Star Lounge entpuppte sich später als kleiner, netter Klub, aber die Musik an dem Abend war lausig und langweilig, etwa ungefähr so wie Genesis mit Phil Collins auf Ethnodrogen…

Viel besser war es am Tresen im Rockaholic  um die Ecke, wo sich ein paar der weiblichen Gäste im Gespräch sogar zu Rammstein bekannten, nachdem sie mitbekamen, dass ich aus Deutschland bin. Dagegen konnte ich mit Schauspieler und Regisseur Takeshi Kitano, dem Film Battle Royal und Schriftsteller Haruki Murakami auftrumpfen- und natürlich mit Joe Alcohol, den aber keine der Girls kannte.


HIer geht es zu Teil Zwei mit dem Besuch des Saitama Stadions
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