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Männer die auf Ziege starren

Thai League 1 Christian Ziege

Ziege am neuen Arbeitsplatz
Bild: © Paul Murphy

Wie eigentlich fast jedes Mal mit dem Ende einer neuen Saison in Thailand, nimmt das Trainerkarussell Fahrt auf. Mit sechs Wechseln auf der Trainerposition, Aufsteiger eingeschlossen, drehte sich das Karussell in der Thai League 1 jedoch recht moderat. Namentlich den dicksten Fisch an Land gezogen hat dabei Ratchaburi.

Ab sofort tanzt dort alles nach der Trainerpfeife von Christian Ziege. Der ehemalige Nationalspieler Deutschlands wurde zu Beginn des Jahres offiziell als neuer Trainer in Ratchaburi vorgestellt. Der Klub vollführt damit eine Kehrtwendung, ab vom Weg des "spanischen Fußballs". Diesen rief man erstmals mit der Installierung des Spaniers Ivan Palanco im Sommer 2013 aus. Mit Rodríguez, Ferré und zuletzt Pacheta folgten noch drei weitere Spanier.

Nun war Ziege zwar zuletzt auch in Spanien tätig, dürfte aber sicher gerne seine eigene Vorstellung davon, wie seine Elf spielen soll, mitbringen. Von 2015 bis 2017 war er bei Atlético Baleares (Segunda División B) in der Verantwortung. Seinen Vorstellungen nach will der ehemalige Bayernspieler seine Elf aggressiven Offensivfußball spielen lassen. Dabei lies er nicht unerwähnt, dass alle seine Spieler physisch sehr fit zu sein haben.

Mit 45 Jahren und 10 Jahren auf dem Trainerbuckel ist Ziege ein noch ein vergleichsweise junger Trainer. Einiges deutet aber bereits darauf hin, dass er in die Weltenbummlerstapfen anderer deutschsprachiger Trainer treten könnte. "Ich wollte nach Ratchaburi kommen. Viele Trainer in Europa sind arbeitslos." So seine Aussage auf der Pressekonferenz, als er vorgestellt wurde. Ein Statement, welches wir so in der Form, unter anderem, auch schon von Alfred Riedl gehört haben. Der Österreicher ist seit Jahren in Südostasien als Trainer behaftet.

Und es ist eine Aussage, die Ziege auch irgendwie sympathisch erscheinen lässt. Statt arbeitslos in Europa zu sitzen und auf eine neue Chance wartend, ergriff er die Initiative und war sich auch nicht zu Schade nach Thailand zu gehen.

Mit dem FC Ratchaburi hat sich er ohne Zweifel einen Verein rausgesucht, der eines der Topstadien in Thailand sein eigen nennt. Ob er je doch gut beraten war, was die Vereinsführung betrifft, wird sich zeigen. Über allem thront die Besitzerin und Politikerin Boonying Nitikarnchana. Sie hat das sagen und delegiert dies auch gerne an ihren Sohn Tanawat "Fluke" Nitikarnchana, seines Zeichens "Director of Football". Er zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er gerne an der Seitenlinie das Kommando gibt und die Spieler auf dem Platz dirigiert.

Vom Verband wurde Fluke bisher schon zweimal für längere Zeit gesperrt. Zuletzt nach seiner Aktion im Sommer 2017 im Spiel gegen den FC Chonburi, als er gegenüber Thiago Cunha ausfällig wurde. Der Schreiber dieser Zeilen war an diesem Tag, im wahrsten Sinne des Wortes, mittendrin statt nur dabei und wird ihn so schnell nicht vergessen.

Dem nicht genug, gesellt sich zu den beiden Figuren der Nitikarnchana-Familie noch der Belgier Robert Procureur als "Club Director". Procureur ist im hiesigen Fußball kein Unbekannter. Jahrelang war er der technische Direktor bei Muang Thong und strickte dabei gehörig mit am rasanten Aufstieg des Vereins. Expats aus der Bangkok Casual League ist er nicht besonders gut in Erinnerung. Procureur scheint etwas spaßbefreit, und extrem ehrgeizig zu sein. Insgesamt also, eine sehr explosive Melange auf die Ziege bei seinem neuen Verein trifft.

Gut, dass die Erwartungshaltung an den Deutschen nicht ganz so groß ist. Man erwartet von ihm keine Wunderdinge. In den letzten vier Saisons landeten die "Dragons" am Ende immer zwischen 4 und 7 und so in etwa ließt sich dann auch die Zielvorgabe für die kommende Saison.


Bild mit freundlicher Genehmigung von Paul Murphy
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