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Kiatisuk Senamuang erklärt Rücktritt

Thai Nationalmannschaft Kiatisuk Senamuang

Kiatisuk Senamuang vor
der Partie gegen Japan
© Tobias Enkel

Gut gespielt trotzdem verloren. Mund abputzen und weiter gehts. So hätte man nach der 0:4-Niederlage gegen Japan denken können. Stattdessen verkündete Thailands Cheftrainer Kiatisuk Senamuang, zwei Tage nach der Rückkehr aus Japan, seinen Rücktritt. Und Thailand hat jetzt ein Problem.

Trotz der beiden Niederlagen in der WM-Qualifikation gegen Saudi-Arabien und Japan war eigentlich alles in Butter. Das Ticket für die Asienmeisterschaft 2019 hatte Thailand schon vorher in der Tasche. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten stand man wieder in einer finalen Vorrunde zu einer WM. Und der König Südostasiens ist man so wie so. Zumindest wieder. Seit 4 Jahren. Zu verdanken hat man all dies Kiatisuk Senamuang. Umso überraschender als der 43 Jahre alte Trainer am Freitag seinen Rücktritt erklärte.

Aber vielleicht war es am Ende nicht wirklich so überraschend, wie man meinen könnte. Es scheinen jedenfalls viele Dinge ineinander zugreifen. Mit dem aktuellen Status der Nationalmannschaft und dem, was sie in den letzten vier Jahren erreicht hat, stiegen auch die Ansprüche. Der Verband will eine Basis für die Zukunft legen und großen Wert auf die Nachwuchsarbeit. Daher ging man am Rande des Länderspiels gegen Japan eine breite Kooperation mit der JFA ein. Der nächste Schritt soll es sein, und so auch, was den Trainer betrifft.

Senamuangs Vertrag lief Ende Februar aus und der Verband zögerte, ihm einen neuen zu geben. Es war ein offenes Geheimnis, dass der Verband gerne einen ausländischen Trainer verpflichten würde. Unter Druck der Medien und teilen der Fans, gab der Verband seinem Nationaltrainer am Ende doch einen neuen Kontrakt. Die Unterschrift von Kiatisuk aber zog sich hin. Möglicherweise, war der Vertrag seitens des Verbandes so formuliert wurden, in der Hoffnung, Kiatisuk würde diesen nicht annehmen. Das würde ins Bild passen und die Unterzeichnung fand auf den letzten Drücker statt.

Nach der Rückkehr aus Japan trug FA-Boss Somyot sein Herz auf der Zunge und gab zu Protokoll, dass er ob der Ergebnisse zutiefst beschämt sei. In einem weiteren Satz, viel dann noch der Name Claudio Ranieri und schon war die Medienmaschinerie in vollem Gange. Ohne dass auch nur einer mal: "Halt. Stop. Moment mal" gerufen hätte und die aktuelle Lage einsortiert hätte. Die, wie eingangs beschrieben, ja so schlecht gar nicht ist. Thailand war in Japan viel besser als im Hinspiel und hatte durchaus seine Chancen zu treffen. Aber wenn man so offensiv auftritt, wie in Japan geschehen, dann geht man halt bei der individuellen Klasse der Japaner auch mal baden.

Nach zwei Tagen des Hin und Her in den Medien, mit ständig neuen Wasserstandsmeldungen, erklärte Zico am Freitag via Instagram seinen Rücktritt. Gerüchten zufolge soll Kiatisuk jedoch nahegelegt worden sein, von sich aus zurückzutreten. Sicher nicht die schlechteste Option, wenn es denn stimmt. Der Nationalheld verliert auf diese Weise nicht sein Gesicht, und eine Rückkehr auf den Chefsessel der Nation, in ein paar Jahren, wäre dann auch möglich.

Währenddessen ist die Suche nach einem neuen Nationaltrainer in vollem Gange. Der technische Direktor Witthaya Hloagune hat Muang Thong Coach Tawan Sripan ins Spiel gebracht, der seinerseits aber sofort abgewunken hat. Er habe aktuell noch eine Aufgabe bei Muang Thong zu erfüllen und fühle sich außerdem noch nicht in der Lage die Nationalelf zu übernehmen. Spielerisch und taktisch hätte sich mit Tawan ohnehin nicht viel verändert. Oft scheint es so, als ob er sich im Taktikbuch seines besten Freundes Kiatisuk bedient. Andererseits ist die Auswahl an guten einheimischen Trainern begrenzt und Sripan wäre die wirklich einzige Alternative.

FAT-Chef Somyot bevorzugt einen ausländischen Trainer, und am besten einen, der schon einmal eine Mannschaft zu einer WM geführt hat. Er gibt aber gleichzeitig zu, dass dies aus finanziellen Gründen nicht ganz einfach ist. Inzwischen sollen einige Trainer Ihren Lebenslauf beim Verband eingereicht haben. Durch die Gerüchteküche wabern dabei einige Namen. Makoto Teguramori betreute zuletzt die U-23 Japans. Takeshi Okada war langjähriger A-Nationaltrainer der Japaner, Milovan Rajevac führte Ghana zur WM 2010 und Dragan Talajic der den meisten noch als Trainer von Muang Thong im Gedächtnis sein dürfte.

Zwei (ausländische) Namen, die in der thailändischen Liga zu Hause sind, wurden aber überhaupt noch nicht diskutiert. Scott Cooper, der bei Ubon UMT seit Jahren gute Arbeit leistet, und Mano Pölking von Bangkok United. Letzterer hat ja unter Winfried Schäfer, schon Luft bei der Nationalmannschaft schnuppern dürfen und war auch schon für Thailands U-22, wenig erfolgreich, verantwortlich.

Mit Kiatisuk Senamuang jedenfalls ging der erfolgreichste Nationaltrainer seit Peter Withe (1998-2002). Und da fällt es wirklich schwer, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Und in der Tat erinnert viel an die Zeit nach Withe. Als man sich nach einer erfolgeichen Phase ebenso schwer Tat einen geeigneten Nachfolger zu finden und den nächsten Schritt zu gehen. Bis zur Amtsübernahme von Zico 2014 verschließ man acht Trainer! Der nächste Schritt ist halt immer der schwierigste.

Kiatisuk Senamuang erklärt Rücktritt

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