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Junioren-Bundesliga Spieler für Thailands U-19?

U-19 Herren Nationalmannschaft Charyl Chappuis

Charyl Chappuis
Bild: © thai-fussball.com

Thailändische Wurzeln, groß geworden in Europa und für die Nationalelf Thailands auflaufen schafften in jüngerer Vergangenheit nur Charyl Chappuis und Tristan Do. Sumethee Khokpho aus der Junioren-Bundesliga könnte der nächste sein.

Das Gewinnen von Spielern mit Migrationshintergrund für die eigene Nationalmannschaft ist in der Welt des Fußballs inzwischen ein großes Thema. Manche Verbände betreiben die Suche nach Spielern, die im Ausland groß geworden sind und für ihre Nationalmannschaften infrage kommen, könnten mit großer Vehemenz. Andere weniger.

Thailand fällt dabei in die jeweils letztere Kategorie. Zumindest aus Sicht des Verbandes. Gilt es für thailändische Vereine einen Spieler mit thailändischen Wurzeln zu verpflichten, reagieren diese meist schnell und der Umworbene hat flux seinen thailändischen Pass. Verständlich. Denn er belastet somit nicht das Kontingent an ausländischen Spielern. Ernesto Amantegui (Army United), Dennis Buschening (Navy FC), Joe Khambour (Khon Kaen United) und natürlich Tristan Do (BEC Tero Sasana) sind hier nur einige Beispiele.

In solchen Fällen sagt der Verband dann gern danke und die Trainer erwählen den Spieler. Oder eben auch nicht. Geschafft, also in die A-Nationalelf, hat es in der jüngeren Vergangenheit bisher Charyl Chappuis. Und Tristan Do (U-23)

Eine aktive Suche nach gut ausgebildeten Spielern in Europa oder in Amerika die für die Nationalmannschaft infrage kommen könnten betreibt der Verband Thailands nicht wirklich. Oder nicht mehr. Einzig Steve Darby, als dieser vor ein paar Jahren noch Assistent von Bryan Robson war, betrieb eine solch aktive Suche und kontaktierte bereits damals u.a. den frischgebackenen U-17 Weltmeister Chappuis. Auch Winfried Schäfer bemühte sich und streckte nach dem ein oder anderen seine Fühler aus.

Aktuell machen zwei Beispiele Schlagzeilen, die wiedereinmal zeigen, wie wenig Beachtung die Thai FA diesem Gebiet schenkt.

Sumethee Khokpho

Der Name des erst 16-jährigen Khokpho tauchte vor kurzem plötzlich auf der Liste des finalen 25er-Kaders der Thai-U19 für die kommende AFF-Meisterschaft auf. Ein Staff-Mitglied mit Kontakten nach Deutschland hatte auf ihn aufmerksam gemacht. Der Torhüter, der seit 2008 bei Fortuna Düsseldorf ist, war im letzten Jahr Stammtorhüter der Bundesliga U-17 Mannschaft der Fortunen und wechselt mit der kommenden Saison zur U-19. Bei einem internationalen Turnier in der Türkei im Frühjahr 2015 wurde er als bester Torhüter ausgezeichnet.

Khokpho scheint nicht sonderlich groß zu sein (eine genaue Größe liegt uns nicht vor), doch macht er dies mit Sprungkraft wieder wett. Dazu zeichnen ihn seine Reflexe und das fußballerische Können aus. Von allen Top-Torhütern Thailands zeichnet Letzteres aktuell nur Chanin Sae-Eae (Chainat FC und U-23) und seit neuestem Sinthaweechai, der im Kahn seiner Karriere den Neuer macht, aus.

Auch wenn Sumethee Khokpho für die AFF-Meisterschaft gemeldet wurde, so wird er nach unseren Informationen dort nicht dabei sein. Die Verantwortlichen der U-19 haben ihn, unbesehen, also ohne das er am Training teilgenommen hat, nominiert.

Ohnehin hat der 16-jährige noch reichlich Zeit sich für eine Seite, ob Deutschland oder Thailand, zu entscheiden. Dass er aber eines Tages für Deutschland auflaufen könnte, ist eher unwahrscheinlich. Zum einen ist die Dichte an guten Torhütern in Deutschland bekanntlich besonders hoch, und zum anderen war Khokpho 2013 bei einem Sichtungsturnier des DFB und fiel wohl durch.

Durchfallen heißt aber bekanntermaßen auch nicht gleich schlecht. So gibt es bei den Frauen von Wacker München II zum Beispiel eine sehr talentierte Spielerin mit thailändischen Wurzeln namens Sasipa Latho, die als ausgezeichnete Technickerin gilt, aber bei der Sichtung wegen mangelnder Körperlichkeit beim DFB durchfiel.

Kler Heh

Anders als im Fall Khokpho erfuhren die Nationalmannschaftsverantwortlichen erst aus der Presse von dem 18 Jahre alten Kler Heh. Sein Fall oder besser seine Geschichte ist eine durchaus interessante. Bekannt wurde der Flügelspieler dadurch, dass er einen Profi-Vertrag bei dem englischen Drittligisten Sheffield United erhielt.

Geboren wurde Heh, dessen Familie dem Bergvolk der Karen angehört, in einem Flüchtlingslager. Dort aufgewachsen, in einem nahezu rechtsleeren Raum an der Grenze zu Myanmar und ohne Pass, lernte er auf den Straßen Thailands das Fußballspielen. Später schaffte es seine Familie nach Großbritannien auszuwandern wo er es zunächst in die Akademie von Sheffield United schaffte wo er jetzt einen Profivertrag erhielt.

Im Zuge des bekannt werden seiner Geschichte erklärte Kler Heh Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass er sich vorstellen könne einmal für Myanmar oder Thailand aufzulaufen. Natürlich erfuhr auch Thailands Coach Kiatisuk Senamuang, eben über die Presse, von ihm und erklärte, man müsse alles genau prüfen. Doch während Thailand noch beim Status "prüfen müsse" verweilte, verkündete Myanmar, Kler Heh werde am 7. September im Freundschaftsspiel gegen Neuseeland auflaufen.

Das Einbürgern von Spielern die schon seid mehr als 5 Jahren ihre Brötchen in Thailand verdienen, so wie es teils in anderen Länder der Fall ist, haben wir hier nicht aufgegriffen. Anders als zum Beispiel in Vietnam, scheint dies für Thailand und den Verband, keine Option zu sein.
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