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Futsal-WM: Thailand will an 2012 anknüpfen

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Bild: © thai-fussball.com

Nach vier Jahren ist die Ära Vic Hermans bei der Futsal-Nationalmannschaft zu Ende. Unter neuer Leitung will Thailand, bei der am kommenden Wochenende in Kolumbien beginnenden WM, an den Erfolg von 2012 anknüpfen.

Damals bei der WM 2012 schaffte es Thailand als Gastgeber bis in das Achtelfinale und schied dort gegen Spanien, den späteren Vizeweltmeister, aus. Zwar war man Spanien hoffnungslos unterlegen und man verlor 1:7, doch die Stimmung in der Halle war absolut großartig. Ungefähr 6.000 Zuschauer trieben, schrien, ihre Mannschaft zum Ehrentreffer und feierte sie anschließend, als ob sie gerade Weltmeister geworden wäre. Jetzt, vier Jahre später, möchte Thailand an sein erstes Achtelfinale bei einer Futsal-WM anknüpfen. Mit einem neuen Trainer. Der auf den Namen Miguel Rodrigo hört und auf Vic Hermans folgt.

Der Neue

Beachtliche vier Jahre dauerte die Ära Hermans, die sehr erfolgreich war. Zuletzt führte er Thailand zu einem 3. Platz bei der Asienmeisterschaft im Februar 2016 und sicherte damit die erfolgreiche Qualifikation zur WM in Kolumbien. Eigentlich war es sein Ziel, die Mannschaft auch bei der kommenden WM zu betreuen und danach zurückzutreten. Von der neuen Führung im Verband, unter Futsal-Manager Adisak Benjasiriwan erhielt er dann aber keinen neuen Vertrag. Benjasiriwan, einst ausgebootet von Worawi Makudi, verpflichtete Miguel Rodrigo. Nach Pulpis der 2008 von Benjasiriwan eingestellt wurde, nun also zum zweiten Mal ein Spanier als Cheftrainer.

Der 46-jährige Rodrigo ist in der Welt des Futsal kein Unbekannter und hat sich als Trainer von Japan einen Namen gemacht. Dort war er immerhin sieben Jahre tätig, ehe er nach der Asienmeisterschaft 2016 von seinem Amt zurücktrat. Bei der WM in Thailand brachte er die Futsal-Samurai in das erste Achtelfinale der Geschichte Japans und konnte 2012 sowie 2014 die Asienmeisterschaft gewinnen. Im Frühjahr dieses Jahres verpasste er aber die Qualifikation zur WM in Kolumbien. Damit nimmt Japan erstmals seit 2000 nicht an einer WM teil. Erfreulich aus Sicht des südostasiatischen Verbandes, erstmals stellt man mit Thailand, Vietnam und Australien gleich drei Mannschaften.

Vorbereitung und Kader

Seinen Dienstantritt hatte Rodrigo am 1. Juli. Die Vorbereitung auf die WM begann am 10. August und der Spanier hatte somit nur wenig Zeit seine Taktik und Philosophie an die Spieler zu bringen. "Wir begannen mit der Vorbereitung am 10. August. Etwas spät, aber die Liga endete erst am 8. August. "Somit hatte ich nur 25 Trainingseinheiten und fünf Testspiele Zeit um meinen Stil den Spielern näher zu bringen." so der Spanier gegenüber Thai-Fussball.com.

Trotz der wenigen Zeit, können sich die Ergebnisse aber sehen lassen. Bei einem Turnier in der Bangkok-Futsal-Arena, ja sie ist jetzt tatsächlich fertig, verlor man keine Partie und schlug den Iran in einem atemberaubenden Match 7:5. Inzwischen angekommen in Kolumbien, steht dort noch ein Spiel gegen WM-Teilnehmer Marokko auf dem Plan.

Im Vergleich zur Weltmeisterschaft in Thailand stehen Rodrigo noch sechs Spieler zur Verfügung, die auch schon bei der Heim-WM 2012 im Kader waren. Mit Ausnahme von Jetsada Chudech (Rajnavy), stehen alle beim Abomeister Chonburi Bluewave unter Vertrag. Darunter natürlich die Superstars Kritsada Wongkaeo, Nattawut Madyalan und der Schütze des Tores der WM 2012: Suphawut Thueanklang.

Gruppe und WM

Thailand spielt in der Gruppe B und trifft dort auf Russland, Kuba und Ägypten. Da auch die vier Besten Gruppendritten ins Achtelfinale einziehen, stehen die Chancen auf das Erreichen der K.-O.-Runde ganz gut. Von uns nach den Zielen und der Gruppe befragt gab Miguel Rodrigo Folgendes zu Protokoll: "Unser erstes Ziel ist es, die nächste Runde zu erreichen. Und ich denke, wir können das als Gruppenzweiter auch schaffen. Das zweite Ziel ist der Traum vom Viertelfinale. Damit würden wir thailändische Futsal-Geschichte schreiben."

Um das Ziel auf leichterem Wege zu erreichen, wäre es am besten man würde die Gruppe B gewinnen. Doch dazu müsste man sehr wahrscheinlich Russland im ersten Spiel besiegen, das aktuell hinter Brasilien und Spanien, die Nummer Drei der Welt ist. Rodrigo räumt zwar ein, dass es eigentlich unmöglich für Thailand ist, die Russen zu schlagen, sagt aber auch: "Wenn wir auf dem gleichen Level spielen wie bei dem Turnier in Bangkok, können wir jeden schlagen. Und es gibt immer die Möglichkeit auf ein Wunder."

Sollten die Thais Gruppenzweiter werden, droht ihnen im Achtelfinale entweder der Iran oder noch schlimmer, Vizeweltmeister Spanien. Auch wenn das Erreichen des Viertelfinals vielleicht eines Wunders bedarf, so könnte die aktuelle Nummer 2 Asiens, hinter dem Iran, mit dem Achtelfinale wohl ganz gut leben.

War es vor vier Jahren noch recht einfach die WM zu verfolgen, weil man entweder vor Ort war, oder die Zeitverschiebung dies begünstigte, so sieht das anno 2016 eher nicht so gut aus. Die Gruppenspiele Thailands finden entweder des Nachts um 01:00 oder 03:00 deutscher Zeit statt, oder des Morgens um 06:00 bzw. 08:00 thailändischer Zeit. Nicht gerade die beste Zeit um Leute für den Futsal andernorts zu begeistern.

In Deutschland sollte eigentlich Eurosport die WM übertragen, doch wie es den Anschein hat, gibt es die Gruppenspiele nur zeitversetzt und erst ab dem Achtelfinale geht der Sender live. In Thailand hat sich Channel 7 die Rechte an der Übertragung gesichert.
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