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Finale der Aufstiegsrunde 2013 mit Beigeschmack

Regional League Roi Et United

Roi Et feiert den Aufstieg
Bild: © thai-fussball.com

Nach 10 Spieltagen der Aufstiegsrunde stehen mit Ang Thong, Roi Et United, Phitsanulok und Chiang Mai die Aufsteiger fest. Der letzte Spieltag endete aber mit einem Skandal und hinterlies einen faden Beigeschmack.

Der letzte Spieltag der Regionalliga-Aufstiegsrunde versprach zumindest in Gruppe B noch einiges an Spannung. So hätten neben dem bereits als Aufsteiger feststehenden Chiang Mai FC mit Paknampho, Ang Thong und Sukhothai gleich 3 weitere Teams noch den Aufstieg in die 2. Liga schaffen können. Außerdem ging es noch um Platz 1, den sich am Ende Chiang Mai mit einem Heimsieg über Nakhon Nayok sicherte. In Gruppe A waren dagegen nach dem Unentschieden von Roi Et und Phitsanulok vergangene Woche bereits alle Würfel gefallen.

Lässt man die vergangenen 10 Wochenenden Revue passieren, muss man feststellen, dass statt heißen Matches und tollen Toren eher einige unangenehme Begleiterscheinungen in Erinnerung bleiben dürften. War das im letzten Jahr der Rempler des Chiang Mai-Präsidenten gegen einen Offiziellen, so sorgten nun die Spieler selbst und einige Schiedsrichter dafür. Den Höhe- oder besser Tiefpunkt bildete dabei ausgerechnet das entscheidende Spitzenspiel am letzten Spieltag zwischen Ang Thong und Paknampho.

In diesem wurde die alte These von Sepp Herberger widerlegt, dass ein Spiel 90 Minuten dauern würde. In Ang Thong war nämlich bereits nach 42 Minuten Schluss, denn die Spieler Paknamphos verließen geschlossen das Feld, nachdem der Schiedsrichter einen Strafstoß gegen sie verhängt hatte (auch beim Spiel in Chiang Mai hatten sie das bereits gemacht). Nach den vorgeschriebenen 15 Minuten Wartezeit beendete der Unparteiische, der sich die ganze Zeit fern von den Paknampho-Spielern im Mittelkreis aufhielt, das Spiel und es wurde mit 2:0 für Ang Thong gewertet, die dadurch als 4. Aufsteiger feststehen.

Betrachtet man die Schiedsrichterleistung vom Samstag, so musste man den Eindruck gewinnen, dass der Schiedsrichter freundlich ausgedrückt einen grottenschlechten Tag erwischt hatte, denn seine Fehlerquote bei den gepfiffenen bzw. nicht gepfiffenen Fouls dürfte bei weit über 50% gelegen haben, wobei sich durchaus, wie bei der zweiten gelben Karte, eine Benachteiligung Paknamphos erkennen ließ. Etwas schwach für einen Erstliga-Schirie, auch wenn es sich dabei nur um die TPL handelt. So entsprang denn auch der Strafstoß einer Schwalbe statt einem Foul, was trotz Gedränges im Strafraum auch von draußen recht gut zu sehen war.

Unmittelbar darauf wurde der Schiedsrichter beleidigt und zückte zu Recht die rote Karte. Sollte Paknampho in diesem Moment daran gedacht haben, Stellung gegen die schlechte Ausbildung der Schiedsrichter von Seiten des Verbandes und mögliche Bestechung zu beziehen, so könnte dies zwar zur Ehrenrettung dienen, allerdings ist dennoch die Entscheidung des Schiedsrichters zu akzeptieren und ein Verlassen des Platzes durch nichts zu rechtfertigen.Ein Schuss aus 11 Metern muss zunächst erst einmal ins Tor und selbst wenn: Ein eigener Treffer und damit Unentschieden hätte für Paknampho immer noch zum Aufstieg gereicht, um den man sich damit leichtfertig gebracht hat.

Ein weiterer Tiefpunkt der Aufstiegsrunde fand ebenfalls in Ang Thong statt, nämlich die Foulspiel-Orgie gegen Sukhothai. Obwohl man sich als Zuschauer bis gegen Ende der ersten Hälfte schon fragen musste, ob der Schiedsrichter (ebenfalls mit TPL-Erfahrung) seine Karten zu Hause gelassen hatte, durften in Halbzeit 2 doch noch zwei Sukhothai-Spieler vorzeitig duschen gehen.

Narathiwat United

Heimspiel Narathiwat United
Bild: © thai-fussball.com

Überraschenderweise ging Ang Thong an diesem Tag leer aus, was die roten Karten anging, denn selbst ein versuchter Tritt ins Allerheiligste eines am Boden liegenden Sukhothai-Spielers zog keinerlei Verwarnung nach sich. Ähnlich krass ging es beim fast gleichzeitg stattfindenden Spiel Phitsanulok gegen Narathiwat zu und auch die Spieler von Look Esan zeigten gegen Phitsanulok, dass sie in einem früheren Leben wohl als Holzhacker tätig waren.

Auch eine andere Unart des thailändischen Fussballs war in den Play-Offs oft zu sehen. Fühlten sich die Spieler vom Schirie benachteiligt, so machten einige ihrem Herzen Luft, indem sie den Schiedsrichter angingen und zum Teil sogar schubsten. Wie immer in Thailand blieben jegliche Verwarnungen ob solcher klarer Tätlichkeiten aus. Nach wie vor ist es absolut unverständlich, warum der Verband hier seine Referees nicht stärker fordert, die internationalen Spielregeln konsequent umzusetzen.

Noch lächerlicher machten sich nur noch einzelne Torhüter, die sich nach einmal kurz in die Luft springen und den Ball fangen, auf den Rasen plumpsen ließen und vor Schmerz krümmten, damit sie, ständig auf Achse wie sie die 90 Minuten über nun einmal sind, „Wadenkrämpfe“ und Ähnliches behandeln lassen konnten- speziell natürlich, wenn ihr Team kurz vor Schluss knapp vorn lag.

Was die Aufsteiger angeht, so lagen wir zwar mit der Voraussage der ersten beiden Plätze in beiden Staffeln richtig, dahinter geriet aber so einiges durcheinander.

Das zweifellos beste Team war Roi Et, dass es zugegebenermaßen auch mit leichteren Gegnern als Chiang Mai zu tun hatte. Mit 25 Punkten und der guten Torbilanz von 16:3 konnten sie nebenbei den bisherigen Rekord von Buriram einstellen, die 2010 23 Punkte holen konnten. Beide Punktverluste Roi Et´s entsprangen zudem strittigen, wenn auch teils nachvollziehbaren Schiedsrichterentscheidungen. Das einzige, was man dem Team vorwerfen kann ist, dass sie eine Vielzahl von Torchancen ungenutzt liegen ließen und auch nicht immer ihr Spiel konsequent umsetzten.

Ähnlich souverän, wenn auch mit kleinen Wacklern, agierte eigentlich nur Chiang Mai. Wie schon während der Saison, holte sich Chatchai auch in den Play-Offs mit 8 Toren die Torjägerkrone, gefolgt von Sukhothais Sirisak (7 Tore) und Roi Et´s Erivaldo da Silva (6 Tore). Da Chatchai wie viele andere Spieler sowie der Trainerstab Chiang Mai verlassen werden und von administrativer Seite aus das Interesse an Liga 3 größer als an Liga 2 zu sein scheint, muss man wohl befürchten, dass der Klub wie schon 2011 direkt wieder in die Regional-Liga absteigen wird. Eigentlich ein absolutes Unding, wenn man bedenkt, dass zu den Spielen teilweise mehr als 10.000 Zuschauer im Stadion waren.

Für die beiden zweitplatzierten Teams kommt der Aufstieg gerade recht. Beide Klubs bauen gerade ihre Stadien aus, wobei das in Ang Thong bisher auch nur maximal drittligatauglich war. Hier möcht5e Ang Thong 30 Millionen Baht investieren.

Alves Borges und Royter Moreira

Borges und Royter Fachsimpeln
Bild: © thai-fussball.com

Auch wenn man wie bei Phitsanulok direkt einen Tag nach dem Aufstieg versuchte, Nägel mit Köpfen zu machen und den Brasilianer Royther Moreire als Trainer verpflichten wollte, werden es beide Teams in der 2. Liga nicht einfach haben. Phitsanulok vermochte kaum Glanzlichter zu setzen und scheint zu sehr auf das individuelle Können seiner Spieler angewiesen zu sein, die nicht immer zweitligatauglich wirkten.

Ang Thong ist in den Play-Offs zu einer Holzertruppe allererster Güte avanciert, deren unfaire Spielweise das durchaus vorhandene spielerische Potential negativ überlagerte. Zwar kann man mit Härte Punkte erzwingen, aber viele Freunde werden sie sich damit nicht machen.

Positiv überrascht hat vor allem Sukhothai, die nach dem sehr schwachen Quali-Spiel gegen Chumphon doch noch zeigten, dass sie auch spielerisch etwas vorzuzeigen haben. Beim 2:2 gegen Chiang Mai boten beide Seiten das wohl ansehnlichste Spiel der ganzen Play-Offs. Auch Paknampho dürfte mit seinen Leistungen positiv überrascht haben, aber wer sich verhält wie ein bockiges Kind, wenn es sich ungerecht behandelt fühlt, hat den Aufstieg nicht verdient.

Eine der großen Enttäuschungen war Nakhon Nayok, das zwar zum Teil ganz nett mitspielte, aber in der Tabelle nicht mal ansatzweise mit den „Großen“ mithalten konnte. Vom Farmteam von Muang Thong sollte man eigentlich erwarten können, dass die Spieler bis zum Umfallen kämpfen, auch wenn sie, wie z.B. gegen Paknampho, schon 1:3 zurückliegen. Rätselhaft war auch, wie das Team zu Hause gegen Sukhothai innerhalb von nur 7 Minuten einen 3:1 Vorsprung verspielen konnte und am Ende 3:4 verlor.

Ebenso enttäuscht haben Look Esan und Prachuap, wobei letztere den Abwärtstrend aus der Rückrunde der Saison bestätigten und kein einziges Spiel gewinnen konnten. Narathiwat, Udon Thani und Kasetsart haben das abgeliefert, was sie können und was man von ihnen erwarten konnte. Holten sie vor heimischem Publikum noch Punkte, hatten sie dagegen auswärts kaum etwas zu melden. Dennoch war es allerehren wert, dass Udon zu Hause Chiang Mai einen Sieg abringen konnte. Vom Potential sollten nächstes Jahr auch alle 3 Teams wieder Chancen auf die Play-Offs haben.

Den Saisonabschluss bilden an den nächsten beiden Wochenenden nun noch die Spiele um Platz 1 und Platz 3 zwischen Roi Et und Chiang Mai sowie Phitsanulok und Ang Thong. Immerhin geht es dabei noch um ein Preisgeld von insgesamt 4 Mio Baht, wovon der Sieger 2,5 Mio erhält.
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