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Eingerostet zur Titelverteidigung

Frauen Nationalmannschaft Spencer Prior

Der neue Chef: Spencer Prior
Bild: © thai-fussball.com

Wer rastet, der rostet. So heißt es. Die Frauennationalmannschaft Thailands konnte diese Weisheit letzte Woche widerlegen und gewann zum zweiten Mal in Folge die Südostasienmeisterschaft. Und dies auch noch mit neuem Trainer.

Das Jahr 2015 war eines der erfolgreichsten für die Frauen des thailändischen Verbandes. Man gewann die AFF-Meisterschaft zum zweiten Mal und nahm an der Frauen-WM teil, wo so gar ein historischer Dreier gelang. Die verpatze Teilnahme an der dritten Runde zu Rio 2016, änderte daran nicht viel. Das war im September 2015 und es folgte der Rücktritt von Trainerin Nuengruethai Sathongwien und Managerin Madam Pang.

Beide sind inzwischen wieder an Bord. Wenngleich Sathongwien dies auch nur als Co-Trainerin ist. Der Neue am Ruder ist Spencer Prior. Ein Engländer, der zuletzt die U-20 der Frauen Australiens betreute.

Offiziell vorgestellt im Mai 2016 hatte er die Aufgabe die eingerostete Nationalelf wieder auf Vordermann zu bringen und für die AFF-Meisterschaft fit zu machen. Das besonders Schwierige daran, die Frauen hatten acht Monate lang kein Länderspiel, kein Training. Auch die immer wieder angekündigte Wiederaufnahme der thailändischen Frauenliga blieb aus.

Prior durfte seine Elf im Vorlauf zur Südostasienmeisterschaft dreimal testen. Zweimal gegen China (0:6 und 0:3) und gegen Myanmar (0:1). Allesamt auswärts. Alles in allem keine guten Vorzeichen für das wichtigste Turnier in der Region, wo man es in der Gruppe A mit den Philippinen, Singapur und Dauerrivale Vietnam zu tun bekam. Prior konnte aber auf den Kern der WM-Elf und der letzten Jahre zurückgreifen.

Nach zwei lockeren Siegen zum Auftakt (4:0 und 8:0) ging es im dritten Spiel gegen die Vietnamesen. Und die Partie ging glatt 0:2 verloren. Als Gruppenzweiter musste man im Halbfinale nun ausgerechnet gegen die U-20 von Australien ran. Etwas überraschend gewann Thailand die Partie mit 2:1. Vor allem die schnelle Kanjana Sungngoen drückte dem Spiel ihren Stempel auf und war der Unruheherd im Angriffsdrittel.

Im Finale ging es erneut gegen Vietnam, und durch ein Eigentor in der 7. Minute gingen die Thailänderinnen in Führung. Vietnam war danach die bestimmende Mannschaft, mit den ingesamt besseren Chancen. Das Konzept von Prior mit Kanjana ging diesmal nicht wirklich auf. Beide Mannschaften kennen sich am Ende auch wohl zu gut. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit gelang den Vietnamesinnen der Ausgleich. Nach 120 Minuten musste dann das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.

Thailand gewann zwar am Ende, doch zwischendrin, jubelten schon die anderen. Waraporn Boonsing konnte den Elfer von Nguyễn Thị Liễu abwehren, doch trudelte der Ball dann gemächlich auf der Linie entlang und schien diese auch knapp, wenn vielleicht nicht in vollem Umfang, überquert zu haben, bevor ihn sich Boonsing sichern konnte. Das Elfmeterschießen ging weiter und am Ende war Thailand der -  durchaus -  etwas glückliche Gewinner. Die Thailänderinnen gewannen damit zum dritten Mal die Südostasienmeisterschaft und als erstes Team überhaupt gelang es ihnen den Titel zu verteidigen.

Als frischgebackener Champion der AFF wartet auf die Damen im September ein besonderes Schmankerl. Dann nämlich geht es am 15. September in Columbus, Ohio, gegen die Nation im Frauenfußball schlechthin, den USA. Diese suchte für die FIFA-Spieltage im September noch einen Gegner und fragte kurzerhand bei der Thai FA an. WM-Teilnahmen können manchmal wunder bewirken. Noch vor gut einem Jahr, wäre eine solches Freundschaftsspiel, kaum denkbar gewesen.

Und wenn Hope Solo oder Carly Lloyd ihr Gegenüber dann fragen sollten, wie das denn so ist. So ganz ohne nationale Liga, dann könnte man eventuell antworten: "Wir rasten und rosten. Und gewinnen so am Ende wenigstens die AFF-Meisterschaften."
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