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Ein T für ein J - Die Ligareform

Thailändischer Verband Die neuen Farben der Ligen

Die neuen Farben der Ligen
Bild: © thai-fussball.com

Bereits zu Mitte des letzten Jahres kündigte die neue Liga und Verbandsspitze Reformen am Ligasystem an. Mit der neuen Saison, die nur noch wenige Tage entfernt ist, werden die Reformen in die Tat umgesetzt.

Das fast nichts mehr an die Liga unter der alten Makudi-Administration erinnern wird, wurde im Dezember seh schnell deutlich. Auf einer Pressekonferenz stellte die Liga und Verbandsführung, die seit Anfang 2016 in Amt und Würden ist, ihre "FA Thailand Road Map" vor. Diese soll zunächst für die Jahre 2017 bis 2019 gelten. Also bis zum Zeitpunkt der nächsten Verbandswahl.

Die visuelle Reform

Die größte Änderung betrifft zunächst einmal die visuelle Identität der Ligen. Ligaübergreifend erhalten alle Ligen das gleiche Logo und man orientiert sich ausnahmsweise Mal nicht, an dem in der Vergangenheit so oft angebeteten Vorbild, England. Vielmehr macht man uns ab 2017 ein T für ein J. Das neue Logo erinnert an die J-League in Japan, und das ist durchaus auch Absicht. Denn die japanische Liga gilt Somyot & Co. als erstrebenswertes Vorbild. Das, wenn man so will, umgedrehte J im neuen Erscheinungsbild, stellt den Rüssel eines Elefanten dar, der mit einem Ball jongliert.

Die strukturelle Reform

Somyot Poompanmoung

Thai FA Chef Somyot
Bild: © thai-fussball.com

Die Ligen, das sind ab 2017 derer gleich fünf an der Zahl, tragen alle den gleichen Namen und werden durchnummeriert. So wie dies auch in Japan der Fall ist. Das einheitliche Logo findet dabei aber nur bei den ersten vier Ligen Anwendung. Sie unterscheiden sich dabei lediglich in der Farbe. Thai League (1) = Rot. Thai League 2 = Blau, 3 = Dunkelgrün und 4 gleich Hellgrün. Grau bleibt der durchführenden Gesellschaft, der Thai League Co., LTD., vorbehalten. 

Ein weiterer Teil der Reform ist die Einführung einer neuen dritten Liga, die an die Stelle der Regional League treten wird. Somit wird die ehemalige 3. Liga zur 4. degradiert. Die Thai League 3 wird aus zwei Gruppen bestehen, Nord und Süd. Die Meister der beiden Staffeln steigen direkt auf, während die jeweils besten Zweiten in einem Entscheidungsspiel den dritten Aufsteiger in die Thai League 2 ermittelt werden. Vorgesehen ist es, die beiden Staffeln der T3 mit je 16 Mannschaften auszutragen. Unter diesen Bedingungen steigen die jeweils beiden Staffelletzten in die die neue T4, also die ehemalige Regional League, ab. Wie das Abstiegsszenario aussieht, wenn weniger als 32 Vereine, zum Beispiel weil sie die Auflagen nicht erfüllen konnten, in der T3 antreten, können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen.

An der Ehemaligen Regional League ändert sich auch nach der Reform nichts. Nach wie vor wird es fünf Staffeln geben. Und nach wie vor wird es am Ende der Saison eine Aufstiegsrunde geben, die aus 12 Teams bestehen wird.

Die Amateurliga bildet die fünfte Liga, die auch bisher bestand hatte, und seit 1996 eine eigenes Ligenssystem bildete, bestehend aus dem Khǒr Royal Cup (ถ้วย ข.), dem Khor Royal Cup (ถ้วย ค.) und dem Ngor Royal Cup (ถ้วย ง.). Diese drei Pokalwettbewerbe wurden nun zu einer Liga zusammengefasst und es können daran so viele Teams teilnehmen, wie möchten. Nach aktuellem Stand wird es aber keinen Auf- oder Abstieg geben. Also auch kein Team kann wirklich aus der T4 absteigen. Gut möglich aber, dass sich die Verantwortlichen hier ein uns nicht bekanntes Hintertürchen für Tea-Money offengehalten haben, so wie es auch in der Vergangenheit gang und gäbe war.

Spieler, Mannschaften und Geld

Eine erwähnenswerte Neuerung in der T4 (Regional League) gilt es dann doch noch zu erwähnen. Erstmals wird es Reservemannschaften der Thai League geben. Diese so genannten "B-Teams", hier hat man sich Spanien zum Vorbild genommen, dürfen aber nicht in die 3. Liga aufsteigen. Ziel ist es, jungen Spielern ab U-20, Spielpraxis zu geben. Denn, und auch das ist Teil des Reformplans, es wird Jugendligen in allen Altersklassen bis hinab zur U-14 geben.

Mit der kommenden Saison wird auch die Ausländerregelung etwas verändert. Aus dem Bisherigen 3+1 (drei nicht asiatische Spieler + ein Spieler mit asiatischem Pass) wird in der 2. Liga ein 3+1+1. Das Zusätzliche +1 steht für einen Spieler aus der Region, also Südostasien. Zum aktuellen Zeitpunkt haben davon aber bisher nur drei Vereine gebrauch gemacht. BBCU FC mit Hafiz Abu Sujad (Singapur), Krabi FC mit Thierry Bin (Kambodscha) und Reiner Maurers Ang Tong mit dem ex-Nürnberger Mike Ott (Philippinen). Ab 2018 soll diese Regelung auch für die 1. Liga gelten.

Neben den TV-Geldern wird die Liga auch erstmals zusätzliches Geld ausschütten, welches die Vereine dazu verwenden können, ihre Infrastruktur zu verbessern. Allerdings müssen die Vereine hierzu einen Antrag stellen und nachweisen, wozu und wie sie dieses Geld verwenden möchten. Der Betrag ist jedoch nicht unendlich und je nach Ligazugehörigkeit gestaffelt und gedeckelt.

Bis auf die 1. Liga, soll die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften pro Liga gleich bleiben. Nur die erste Liga möchte man ab 2019 auf 16 Teams reduzieren. Das soll vor allem helfen der Nationalmannschaft mehr Raum für die Vorbereitung auf internationale Spiele zu geben.

Die Pokalreform

Der Kor Royal Cup (ถ้วย ก.)

Der Kor Royal Cup (ถ้วย ก.)
Bild: © Thananuwat Srirasant

Mit der Pokalreform ist nicht etwa eine Reform der Pokalwettbewerbe gemeint, sondern vielmehr eine Reform der zu vergebenden Trophäen. Mit der Einführung der Thai Premier League, 1996, wurden die alten Pokale, etwas eingestaubt und die die Amateurligen verbannt. Lediglich der inzwischen 100 Jahre alte Kor Royal Cup (ถ้วย ก.), welcher bis dato dem Meister der 1. Liga überreicht wurde, wurde fortan dem Sieger aus Meister und Pokalsieger übergeben. Nach unserem Verständnis wird, mit der Saison 2017 die alten Pokale nun wieder ihrem alten Zweck überführt. Das heißt, der Kor Royal Cup (ถ้วย ก.), wird nun wie früher, vor 1996, dem Meister der 1. Liga übergeben. Der Khǒr Royal Cup (ถ้วย ข.) dem Gewinner der 2. Liga, der Khor Royal Cup (ถ้วย ค.) dem Gesamtgewinner der 3. und der Ngor Royal Cup (ถ้วย ง.) dem Gesamtgewinner 4. Liga. Für den Supercup aus Meister und Pokalsieger wurde ein neuer Pokal geschmiedet.

Natürlich sollen die hier dokumentierten Reformen auch über 2019 hinaus bestand haben. Doch weiß man in Thailand ja bekanntlich nie, was so alles passiert. Und eine neue Führung könnte 2019/2020 alles wieder über den Haufen werfen. Nur damit nichts mehr an die vergangene Spitze erinnert, weil irgendwas am Ying und Yang oder dem Feng-Shui nicht stimmt. Was natürlich nicht zu wünschen ist. Denn offensichtlich macht der Verband unter der Führung von Somyot Poompanmoung einiges richtig und legt einen Grundstein für die Zukunft. Nach der Worawi-Ära, etwas, das längst überfällig war und dem andauernden Stillstand endlich ein Ende setzj.Da nehmen wir doch gerne, ein T für ein J.

Ein T für ein J - Die Ligareform

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  1. lokomotive schreibt am 06.02.2017 23:31
    @ dolphinking, im Moment leider nein. 
  2. Dolphinking schreibt am 05.02.2017 16:19
    Bezüglich der erwähnten Jugendligen; ist schon bekannt wo Pattaya United's U-Teams ihre Heimspiele austragen werden und gegen wen gespielt wird?
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