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Asian Cup 2019: Thailand endlich wieder auf kontinentaler Bühne

Thai Nationalmannschaft Milovan Rajevac

Thailand Trainer Milovan Rajevac
Bild: © thai-fussball.com

Die Erinnerungen an die Asienmeisterschaft 2007 sind noch frisch. Gerade so als sei es gestern gewesen. Die Eröffnungsshow mit Tata Young im Rajamangala-Stadion vor leeren Rängen, die im Regen unterging. Die deftige Niederlage gegen Australien, welche der Gastgeber Thailand hat einstecken müssen.

Nun endlich, 2019, darf auch Thailand wieder auf der großen Bühne Asiens auftreten. Eine souveräne Qualifikation, damals noch unter Trainer Kiatisuk Senamuang, bescherte dem Dritten von 1972 bereits im April 2016 die Teilnahme an den Meisterschaften im Januar dieses Jahr. Erstmals findet das zweitgrößte Kontinentalturnier mit 24 Mannschaften statt, und da, muss man fairerweise sagen, war es schon fast unmöglich sich nicht zu qualifizieren.
Seit dem Sommer 2017 hat der Serbe Milovan Rajevac das sagen an der Seitenlinie. Der Wechsel hin zu dem Serben am Ruder zog vor allem auch einen Wechsel auf dem Platz nach sich. Rajevac legt Wert auf Defensive und Konter. Angriff ist nicht seine erste Wahl. Aber vermutlich auch genau darum hat der Verband ihm 2017 den Job gegeben. Denn Gerade die Abwehr war unter Senamuang oft die Achillesferse der Mannschaft.

Diese defensive Taktik könnte Rajevac, der zwei Jahre Zeit hatte eine Mannschaft zu formen und auf das große Ziel Asian Cup vorzubereiten, zum Verhängnis werden. In seiner bisherigen Amtszeit hat der Cheftrainer durchaus Achtungserfolge vorzuweisen. Vor allem in Freundschaftsspielen gegen wesentlich stärkere Gegner. Doch aus dem Camp der Nationalspieler ist Unmut zu vernehmen. Schuld daran dürfte auch das Ausscheiden im Halbfinale gegen Malaysia gewesen sein. Auch wenn man argumentieren könnte, dass Kraisorn einfach nur den Elfer in der letzten Minute des Rückspiels hätte verwandeln müssen und alles wäre gut gewesen.

Das Halbfinale verlor man aber eben im Hinspiel in Kuala Lumpur (0:0), als die Gastgeber das wesentlich bessere Team waren und man sich von Thailand mehr in der Offensive erwartet hätte. Beim AFF Cup nicht dabei waren die vier Legionäre, Teerathon, Kawin, Teerasil und Chanathip. Nun wird Kawin zwar auch bei der Asienmeisterschaft verletzt fehlen, die Rückkehr der anderen drei ist aber ein Pfund, mit dem man wuchern könnte. Vor allem mit dem frischgebackenen Superstar Chanathip, welcher in Japan eine grandiose Saison mit 8 Toren hinlegte und von der J.League in die Elf des Jahres gewählt wurde.

Teerasil wird sicher froh sein die Lasten seines Superstardaseins bei Mannschaft und Fans in Thailand, auch auf die kleinen Schultern von Jay verteilt zu sehen. Doch gerade an Letzterem könnte eben das Wehe von Rajevacs Taktik hängen. Mit guten Mitspielern wie in Japan, und der Offensive unter Senamuang, zeigte Chanthip seine besten Leistungen. Bei knappen Spielen und der defensiven Taktik unter Rajevac war dies aber, bisher nicht der Fall.

Sollten die Stimmen im Camp über des Trainers Taktik verstummen, und man sich doch hinter ihn stellen, könnte die Asienmeisterschaft am Ende ein Erfolg werden. Wie bereits erwähnt, zahlte sich des Trainers Taktik vor allem gegen stärkere Gegner aus. Und auf diese würde man spätestens ab dem Achtelfinale treffen. Und streng genommen geht Thailand in der Gruppe A eigentlich ohnehin als Außenseiter ins Rennen.

Denn da wäre zum einen Thailands Nemesis "Naher Osten". Weder hat Thailand in der Vergangenheit bei Spielen dort gut ausgesehen, noch gegen diverse Teams aus der Region. Das schließt den Gruppengegner Bahrain ebenso ein, wie den Gastgeber aus den Emiraten. Gegen beide konnten die Thais, in offiziellen Spielen, bisher nicht gewinnen. Und auch ein Testspiel gegen den Oman vor ein paar Tagen in Abu Dhabi ging mit 0:2 verloren. Wenngleich man dies nicht überbewerten sollte. Lediglich gegen Auftaktgegner Indien hat man eine positive Bilanz. Hier stehen zwei Siege aus der Bryan-Robson-Ära zu Buche.

Auf die leichte Schulter sollte man Indien aber nicht nehmen. Unter dem Engländer Constantine machten die Inder seit 2015, sage und schreibe gut 70 Weltranglistenplätze gut. Er übernahm Indien auf Platz 173 und liegt mit seinem Team aktuell auf Platz 97.

Abdulla Yusuf Helal

Bahrains Nationalspieler Yusuf Helal
Bild: © El Loko Foto

Beim zweiten Gruppengegner Bahrain, welches so ziemlich jeder auf den 4. Platz einkommen sieht, sollte man vor allem ein Auge Abdulla Yusuf Helal werfen. Der Stürmer wechselte im Sommer 2018 zu Bohemians Prag und soll schon vor einem Wechsel zu Slavia Prag stehen.

Im letzten und schwierigsten Gruppenspiel wartet der Gastgeber aus den Emiraten im Schmuckkästchen Hazza-bin-Zayed-Stadion in Al-Ain. Das 25.000 Zuschauer fassende Stadion dürfte für eine gute Kulisse und ein nahezu volles Stadion sorgen. Der neutrale Zuschauer wird sicher, dass mit Omar Abdulrahman einer der besten Spieler Asiens nicht dabei sein kann. Noch dazu for Heimkulisse. Der für Al-Ain spielende Superstar muss die Asienmeisterschaft wegen einer Verletzung aussetzen. Die Thais dürften darüber aber sehr wohl froh sein.

Die Asienmeisterschaft und Thailands erster großer Auftritt seit 2007 verspricht in jedem Falle Spannung. Für die Thais ist alles drin, wenn sie sich hinter Rajevec und seine Taktik stellen. Und das sollten sie auch tun. Auch wenn dies für den Zuschauer nicht sonderlich attraktiv sein mag. Einen Asian Cup spielt man nicht jedes Jahr und nicht jeder Spieler wird aller 4 Jahre dabei sein. Und dann gibt es auch noch die alte Floskel: Am Ende zählt nur der Erfolg.

Dass Thailands Auftritt bei der Asienmeisterschaft 2019, im Regen untergehen werden wird, davon ist nicht auszugehen. Regen gibt es in den Emiraten vermutlich eher weniger. Dafür konnte er aber maximal, im Sande verlaufen.
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