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AFF Suzuki Cup 2014 - Thailand und Malaysia im Finale

AFF Suzuki Cup Bukit Jalil

Hexenkessel Bukit Jalil
Bild: © Thananuwat Srirasant

Wenn sich am Mittwoch und am Samstag in den beiden Finals zum AFF Suzuki Cup 2014 die beiden Trainer Senamuang und Dollah gegenüberstehen, könnte sich der Kreis für einen der beiden schließen.

Malaysia und Thailand standen sich bisher erst einmal in einem AFF Cup Finale gegenüber - 1996 bei der ersten Ausgabe - des inzwischen so wichtigen Turniers dieser Region. Damals wurde das Finale noch nach nur einem Spiel entschieden. Mit von der Partie waren die beiden Stürmer Senamuang und Dollah. Der damals erst 23 Jahre alte Senamuang holte vor 18 Jahren nicht nur den ersten Titel mit Thailand beim AFF Cup, sondern schoss auch noch das einzige Tor des Finals.

Dass sich Malaysia und Thailand in der 2014er Ausgabe nach der Gruppenphase noch einmal im Endspiel begegnen würden, damit war nicht unbedingt zurechnen. Harimau Malaya gelang es nämlich gleich zwei Mal, dem Turnier-Tod von der Schippe zu springen. In der Nachspielzeit des letzten Gruppenspiels brachte ein Elfmeter in der 93. Minute das 2:1 gegen Singapur, dass mit einem Punkt im Halbfinale gewesen wäre, und Putra Mahayuddin erhöte nur 120 Sekunden später auf 3:1.

Im Hinspiel des Halbfinals gegen Vietnam konnte Malaysia zwar durch einen Elfmeter vor 80.000 Zuschauern in Führung gehen, musste sich am Ende aber 1:2 geschlagen geben. Auswärtstore zählen bekanntlich doppelt, und so gab man keinen Pfifferling mehr auf Thailands südlichen Nachbarn. Das Rückspiel war so "vogelwild", dass es hinterher von Sportradar auf Unstimmigkeiten untersucht wurde, aber ohne Befund blieb. Vietnam selbst hat ebenfalls eine interne Untersuchung eingeleitet. Zwei Elfmeter, je Seite einer, und ein Eigentor von Đinh Tiến Thành sorgten für die 3:1-Halbzeitführung der Gäste.

Ein Elfmeter nach gerade drei gespielten Minuten gab Malaysia Oberwasser. Nach einer knappen halben Stunde stand es 3:1 für die Gäste. Neben dem Strafstoß zu Beginn erhielten auch die Vietnamesen einen und Đinh Tiến Thành. Für den 2:4-Endstand aus sicht der Hausherren sorgte dann Lê Công Vinh (79.). Kurz vor dem Ende hätte es eigentlich noch einen Elfmeter geben müssen. Doch der offizielle übersah das Handspiel des malayischen Spielers. 4:2 gewonnen, eher glücklich und nicht unbedingt verdient.

Vietnam und Thailand waren bis dahin spielerisch die beiden besten Mannschaften des Turniers. Da beide eine ähnliche Spielweise pflegen, wäre ein Finale zwischen den beiden sicher hochinteressant gewesen. Da beide auch ihre Schwächen in der Defensive haben, wäre ein Torefestival zudem wohl vorprogrammiert gewesen.

Thailand überstand als einziges Team die Gruppenphase ohne Punktverlust. Diesen fügte ihnen überraschenderweise die Azkals von Tom Dooley zu. Im Hinspiel auf den Philippinen trotzten sie den Thais ein 0:0 ab, die sich zu allem übel durch eine Rote Karte von Adisak Kraisorn auch noch selbst dezimierten. Die Philippinen machten das clever standen gut, stellten den Thais die Passwege zu, die so nur selten zur Entfaltung kamen. Hätten die Gastgeber ihre guten Möglichkeiten, vor allem kurz vor Ende des Spiels besser genutzt, hätten sich die Gastgeber nicht beschweren dürfen. Sie blieben weit hinter dem zurück, was im Verlaufe des Turniers schon gezeigt hatten.

Doch diesen Lapsus machten sie vor heimischem Publikum mehr als wett und boten die bis hierhin beste Leistung. Gerade in der ersten Halbzeit wurden die Azkals mit Kurzpasspiel förmlich an die Wand gespielt. Der kleinste war dabei der Größte. Chanathip Songkhrasin bot eine überragende Leistung und sollte nicht mehr viel passieren dürfte er zum Spieler des Turniers gewählt werden. Aufgeboten als einzige Spitze erzielte er eiskalt das 1:0. Das zweite Tor wurde von einem Traumpass auf Koekrit eingeleitet, den man so eher von einen Thiago vom FC Bayern erwarten würde, nicht aber von einem Neunationalspieler wie Prakit Deeprom. Der kleine Chanathip bereitete dann noch das 3:0 durch Kroekrit vor.

Das Hinspiel im Rajamangala am Mittwoch war binnen einer Stunde ausverkauft. Damit wurden die drei Tage, die es dauerte, das Halbfinale auszuverkaufen noch einmal getoppt. Thailand wird die Unterstützung seiner Fans auch dringend benötigen. Nicht nur dass Malaysia plötzlich wieder das Tor findet, spielen sie auch einen sehr robusten Stil und haben mit 10 Gelben Karten die bisher meisten. Das dürfte den Spielerischen War Elephants mal so gar nicht schmecken. Zwar ist Thailand, seit Neuestem, immer in der Lage ein Tor zu erzielen und sogar einen Rückstand (gegen Malaysia in der Gruppe) wettzumachen, doch sollte man mit einem Tor Vorsprung schon in das Rückspiel gehen.

Wenn 50.000 im Rajamangala Thailands 12. Man sind, dann spielt man in Malaysia vor 13. Denn Malaysia hat noch mal einen draufgelegt und wird nicht im 80.000er Stadion zu "Sha Alam" spielen, wie gegen Vietnam, sondern im 100.000 Zuschauer fassenden Bukit Jalil. Die Aussicht der Fans, einen möglichen zweiten Titel auf heimischen Boden feiern zu können dürfte die ohnehin schon verrückte Gelb-Schwarze Masse noch mehr anstacheln, alles zu geben. Sollte Thailand seinerseits, Publikum und Druck standzuhalten, und erstmals nach 2002 wieder den Titel holen, dürften sie ohne Zweifel der verdiente Gewinner des AFF Suzuki Cup 2014 sein.
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