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AFF Suzuki Cup 2014 - Thailand holt 4. Titel

AFF Suzuki Cup Empfang

Weltmeisterlicher Empfang
Bild: © Nation Photo

Nach 12 Jahren des Wartens und dem 4. AFF-Cup Titel ist Thailand zurückgekehrt auf seinen Thron, als "König Südostasiens". Die SEA-Games und den AFF-Cup binnen zwölf Monaten zu gewinnen gelang bisher nur Thailand selbst. Und seinem Gegner vom Finale, Malaysia.

Dass Thailands Herren einmal Fußball-Weltmeister werden, oder sich für eine WM qualifizieren, ist so unwahrscheinlich und unrealistisch wie eine erneute Meisterschaft von Schalke und ein Abstieg des FC Bayern aus der Bundesliga zusammen. Ein weltmeisterlicher Empfang für Thailands Nationalelf in der Heimat ist daher bis zum letzten Sonntag auch nur schwer vorstellbar gewesen. Das Bild, das sich einem aber nach der Rückkehr aus Malaysia und mit dem AFF-Cup in den Händen bot, lies einen fast sprachlos zurück. Hunderttausende säumten die Straßen in Bangkok und brachten den Verkehr zum Erliegen. Warteten auf ihre Helden am Dong Muang Flughafen, auf Brücken der BTS und letzten Endes am alten National Stadion. Und das zum Glück, ohne "Atemlos" zu werden. 

Dabei hätte die Party trotz eines 2:0 im Hinspiel fast ausfallen müssen. "Wollt ihr Fußballspielen? Wenn eure Antwort "Nein" ist, dann geht nach Hause." waren die Worte von Trainer Kiatiskuk Senamuang in der Kabine zur Halbzeit, kurz, nachdem seine Spieler mit hängenden Köpfen in eben jene geschlichen waren.

Nur wenige Minuten zuvor in der Nachspielzeit hatten sie das 2:0 durch Malaysia hinnehmen müssen und der zwei Tore Vorsprung aus dem Hinspiel war egalisiert. Das 3:0 durch Safiq Rahim in der 58. Minute machte die Sache nicht besser. Zu wenig war bis dahin von dem Angriffsfußball zu sehen, der die Elf zuletzt auszeichnete und Fans in der ganzen Region zum Schwärmen brachte. Senamuang hatte, ohne Zweifel, seine beste Elf auf den Platz geschickt. Doch war ihnen die Last auf den jungen Schultern, und unter dem Druck der knapp 100.000 Fans von Malaysia, die eine wirkliche Gänsehautatmosphäre vor Anpfiff ins Stadion zauberten, deutlich anzumerken. Sie wirkten nervös, unkonzentriert. 4-fach Torschütze Kroekrit Thaweekarn, und bis dahin einer der Säulen im Angriff blieb völlig blass. Auch vom Schweizer U-17 Weltmeister Chappuis war fast nichts zu sehen.

Das vor der Kulisse im Bukit Jalil ein frühes Tor für Malaysia eher für wackeligere Knie sorgen würde stand zu befürchten und so kam es dann auch. Nach 6 Minuten sahen sich die Thais mit 1:0 im Rückstand. Der Elfmeter zum Führungstreffer war keineswegs berechtigt, wie die Zeitlupe zeigte und FIFA-Referee Alireza Faghani lag hier völlig daneben. Bereits im Hinspiel gegen Vietnam erhielt Malaysia in der ersten VIertelstunde einen Elfer. Fragen nach dem Elfer gegen Thailand wischte Kitatisuk Senamuang nach der Partie vom Tisch. "Wir sollten den Schiedsrichter respektieren. Wir haben auch einen Elfmeter in Bangkok bekommen. Kein Thema also."

Statistik von Chanathip Sonkhrasin

Statistik von Chanathip Sonkhrasin
Bereitgestellt von @labbola

Eine Attitüde zum Spiel, die für Thais ungewöhnlich ist, die Kiatisuk seinem Team eingepflanzt zu haben scheint, und die sich hoffentlich auf die Liga auswirkt. Denn nur wenig war zu sehen vom üblichen Zeitschinden und Thaialnd war mit den wenigsten Gelben Karten und Fouls das fairste Team beim AFF Cup 2014.

Beim 2:0 durch Indra in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit sah Kawin im Tor nicht gut aus und zeigte bei dem Kopfball des Gegners keinerlei Reaktion. Bei dem brillanten Freistoßtor des Torschützenkönigs Safiq Rahim war er allerdings machtlos.

Vor allem in der ersten Hälfte gelangte Thailand nur wenige Male mit Kombinationen gefährlich vor das Tor der Gastgeber die es insgesamt sehr gut verstanden Kiatisuks Elf aus dem Spiel zu nehmen. Teilweise standen bis zu 8 Spieler hinter dem Ball und machten die Räume so eng, dass den Thais kaum Platz zu ihrem Kurzpassspiel blieb.

Mitte der zweiten Hälfte begann sich das Blatt zugunsten der Thais zu wenden, die wie schon im Hinspiel die zweite Luft und bessere Fitness besaßen. Überhaupt scheint Spritzigkeit und Fitness ein großes Plus unter Senamuang zu sein. Das bewies seine Elf während des AFF Cup ebenso wie bei den Asian Games. Thailand kämpfte sich in das Spiel zurück und Charyl Chappuis, der bis zum Wechsel in der 63. Minute (Masuk für Deeprom) einen defensiveren Part als zuletzt spielte, traf zum Erlösenden 1:3. Der Thai-Schweizer, normalerweise für Freistöße zuständig, stand im Strafraum als Marlias den gut platzierten Kick von Sarach Yooyen nur abklatschen konnte und netzte ein.

Den Deckel drauf und die 100.000 zum schweigen brachte kein anderer als der MVP des Turniers und Dreikäsehoch, Chanathip Songkrasin. Mit einem absoluten Traumtor in den Winkel lies er Malaysias Torhüter keine Chance und krönte somit seine fantastische Leistung während des Turniers.

Trainer Senamuang kann sich mit dem Gewinn des vierten AFF Cup für Thailand etwas besonderes ans Revers heften. An jedem der Titel war er beteiligt. Dreimal als Spieler, und nun als Trainer. Dies gelang bisher noch keinem vor ihm in der Geschichte des Turniers.

Von einem Mann war während des ganzen AFF Cup, und nach Ankunft der Elf nicht viel zu sehen und zu hören. Obwohl er normalerweise bei Erfolgen seiner Mannschaften bekanntlich gerne im Rampenlicht steht. Und so fragen wir: "Wo ist Behle"



Nun, auch schön mal Worawi Makudi nicht direkt am Flughafen, oder in dem Fall gar auf dem Bus sehen zu müssen. Aber um das Rätsel aufzuklären: Er weilte in Marokko mit der FIFA. Bei der Klub-WM. Wenn es doch nur immer so wäre. Hach.
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