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AFF Suzuki Cup 2014 - Gruppe B unter der Lupe

AFF Suzuki Cup
Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Nun ja. Ist es. Wir alle sind wieder zwei Jahre älter geworden, es steht Weihnachten vor der Tür und somit auch der AFF Suzuki Cup.


Wie immer aller zwei Jahre wenn der AFF Cup ansteht, nehmen wir auch in diesem Jahr beide Gruppen unter die Lupe. Diesmal allerdings mit tatkräftiger Unterstützung einiger Experten und Blogger. Nach A folgt B und somit rechtzeitig zum ersten Spiel die Vorschau auf die Gruppe B, der "Todesgruppe". In diesem Fall trägt sie diesen Namen nicht ganz zu unrecht. Mit Singapur befindet sich der 4-malige Gewinner und Titelverteidiger, der 3-malige Gewinner Thailand, der Sieger von 2010 Malaysia und der Underdog Myanmar in der Gruppe. In der Gruppe A hat nur Vietnam einen Titel vorzuweisen.

Bevor wir uns aber in die Vorschau stürzen, noch ein paar Worte zu den beiden Austragungsorten. Denn zum ersten Mal in der Geschichte des AFF Cup werden zwei Stadien mit Kunstrasen genutzt werden. Das Jalan-Besar-Stadion, in dem Thailand 2010 das Hinspiel des Finals gegen Singapur verlor, war eigentlich nur für eine Partie vorgesehen.

Das Neue National Stadion in Singapur hat aber so viele Probleme mit seinem neuen Hybrid-Rasen, das es nahezu unmöglich ist, zwei Spiele an einem Tag dort austragen zu können. Daher werden erstmals beim AFF Cup beide Partien an jedem Spieltag in einem anderen Stadion ausgetragen. An sich keine schlechte Idee, und vielleicht könnte es die AFF veranlassen darüber nachzudenken, es in Zukunft genauso zu gestalten. Also alle Spiele einer Gruppe auf 2 Stadien zu verteilen. Wie man am Samstag bei den beiden Eröffnungsspielen in Vietnam schon sehen konnte, war auch dort im Mỹ-Đình-National-Stadion der Rasen in einem katastrophalen Zustand. Und dieser muss insgesamt 5 Spiele binnen einer Woche aushalten. Zudem könnten Begegnungen wie Philippinen - Laos dann in einem kleineren Stadion stattfinden.

Doch kommen wir zur Vorschau auf die Gruppe B welche diesmal, komplett, nicht von uns geschrieben wurde. Neo von axrosstheline.com gibt uns seine Sicht der Dinge auf Thailand, Myanmar und Singapur. Der freischaffende Journalist und Südostasienexperte Gabriel Tan kümmert sich um Malaysia.

Singapur

Meiner Meinung nach wir Singapur Thailand in das Halbfinale begleiten. Ich sage das nicht aus Patriotismus aber es gibt einige Aspekte die einen optimistisch stimmen. Mit Heimvorteil und den Fans im Rücken können die "Lions" sogar Gruppenerster werden. Noch vor Thailand. Wenn sie die "War Elephants" im Eröffnungsspiel schlagen.

Rückgrat und Kern der Mannschaft sind sehr solide und stehen noch "voll im Saft". Hariss Harun und Shahdan Sulaiman bilden ein komplett neues Mittelfeldduo und werden sehr wichtig im Aufbau sein. Beide zeigten in der Vorbereitung sehr gute Leistungen.

Hassan Sunny, 2014 Singapurs Spieler des Jahres wird der Schlüsselspieler zur erfolgreichen Titelverteidigung sein. Der heißbegehrteste Torhüter Südostasiens wird von der vielleicht besten Innenverteidigung der Region beschützt. Baihakki Khaizan und Safuwan Baharudin.

Ein Fragezeichen steht hinter der linken Mittelfeldposition. Hier hat Bernd Stange mehrere Spieler getestet. Aber ich bin mir sicher, dass er schon herausgefunden hat wer auf dieser Position starten wird.

Ein Auge sollte man auch auf Kapitän Shahril Ishak haben. Der dreifache Gewinner des AFF Cup geniest gerade seinen dritten Frühling als Spielmacher. Er hat seine Sache bisher sehr gut gemacht und schaffte es in der Vorbereitung gegen Kambodscha sogar auf die Anzeigetafel.

Ich denke auch, dass der Stern von Faris Ramli, einem der talentiertesten jungen Spieler Asiens, bei diesem Turnier aufgehen wird. Faris war ein Schlüsselspieler der LionsXII in der Malaysia Super League und in der Vorbereitung mit sehr erwachsenen Leistungen. Trotz seines jungen Alters.

Das große Problem von Singapur liegt in der Tiefe des Kaders. Von 22 Spielern gibt es vielleicht nur 14-15 die den Konkurrenzkampf um die Startplätze annehmen. Auch hat der Rest nur wenig internationale Erfahrung, was zu einem Problem werden könnte.

Thailand

Thailand ist vermutlich das kompletteste Team des gesamten Turniers mit Cheftrainer Kiatisuk Senamuang an der Spitze, der dabei vor allem auf junge Spieler aus dem Kader der Asienspiele setzt. Nach dem ich die beide Spiele gegen die Philippinen und Neuseeland gesehen habe, bin ich mir ziemlich sicher, dass sie es unter die Letzten 4 schaffen werden. Ohne groß ins Schwitzen zu kommen. Das Durschnittsalter der Startelf gegen Neuseeland war gerade einmal 23.8.

Da ich die Thai Premier League interessiert verfolge kann ich sagen, dass wir 22 Spieler erwarten können, die um einen Platz in der ersten Elf kämpfen werden. Thailand hat die Breite im Kader dies es für ein internationales Turnier braucht. Der Kader ist schon seit Längerem zusammen und die Leistungen während der Testspiele und der Asienspiele waren erstklassig.

Besonders beeindruckt hat mich das Mittelfeld-Trio mit Chanatip Songkrasin, Sarach Yooyen und Charyl Chappuis. Ich erwarte das alle drei eine aktive Rolle während des Turniers spielen werden. Um Thailands Kurzpassspiel, aufgezogen von den drei erwähnten Spielern, effektiv durchziehen zu können braucht es ein hohes Maß an Fitness. Etwas worüber sich Thailand keine Sorgen zu machen braucht mit den Dauerläufern am und abseits des Balles im Team.

Kiatisuks enge Bindung zur Mannschaft ist ein weiterer Schlüsselfaktor, der sicher auch im weiteren Verlauf des Wettbewerbs zum tragen kommen wird. Er scheint einen guten Draht zu den Spielern zu haben und selbst eine Legende zu sein, ist dabei sicher hilfreich, da ihn die sie ihn respektieren.

Ich bin überzeigt, dass Thailand die Gruppe als Gewinner verlassen wird, sollte nicht irgendein Unglück passieren. Diese Mannschaft könnte die Enttäuschungen der letzten Teilnahmen vergessen machen.

Malaysia

Nachdem Trainer Dollah Salleh einige Veteranen in den 22er Kader berufen hat ist Erfahrung die Devise. Neun Spieler des Kaders halfen Harimau Malaya zum ersten Titel 2010. Inklusive Spielmacher Safiq Rahim, Torhüter Khairul Fahmi und die beiden Stürmer Safiq Rahim und Norshahrul Idlan Talaha. Doch Dollah ging noch einen Schritt weiter, holte Indra Putra Mahayuddin und Shukor Adan zurück. Letzterer gab sein Länderspieldebüt 2001.

Seit der 51 jährige im Juni das Amt übernommen hat, tut sich sein Team aber schwer mit dem Toreschießen und konnte auch nur ein Spiel gewinnen - ein 4:1 über Kambodscha im September. Erschwerend kommt hinzu, dass die beiden Starstürmer Safee und Norshahrul - einst das gefürchtetste Stürmerduo in Südostasien - gerade einmal drei Tore in der Malaysia Super League für Johor Darul Ta’zim erzielen konnten.

Mit den beiden außer Form, lastet die Verantwortung auf Veteran Amri Yahyah der eine hervorragendes Jahr bei JDT hatte. Auch wenn er wettbewerbsübergreifend nur 7 Mal traf.

Verletzungsbedingt fehlen Harimau Malaya zudem Innenverteidiger Aidil Zafuan, als auch R. Gopinathan, der eine großartige Saison mit Pahang gespielt hatte.

Mit den etablierten Safiq, Fahmi und S. Kunanlan hat Malaysia trotz allem noch eine gute Mannschaft beisammen. Sollten Safee und Norshahrul plötzlich ihre Form wiederfinden könnte man sogar um den Titel mitspielen.

Die Erwartungen der Fans für den AFF Cup sind erstmals seit Langem, sehr niedrig. Insbesondere nach dem man in diese starke Gruppe gelost wurde.

Myanmar

Underdogs sind eigentlich immer die am gefährlichsten. Den sie haben ja nichts zu verlieren. Und ich denke Myanamr passt da perfekt in dieses Bild. Trainiert werden sie vom erfolgreichsten Nationaltrainer in Südostasiens Fussball - Radojko Avramovic - und an guten Tagen, können sie jeden schlagen. Als Gewinner der Qualifikationsrunde komplettieren sie die "Todesgruppe", einer Gruppe mit drei AFF Cup Gewinnern.

Fussballfans in ASEAN kennen Avramovic nur zu gut und er hat sich den Ruf erarbeitet, als jemand der nur schwer zu schlagen ist. 2007 hat er mit Singapur und fünf Unentschieden den AFF Cup geholt. Für mich eine erstaunliche Leistung.

Während der Qualifikation hatte er nicht alle Spieler zur Verfügung, aber die Myanmar Football Federation wird alles tun, um ihm die besten Spieler zur Verfügung stellen zu können. Kyi Lin ist wieder fit und Kyaw Ko Ko trifft das Tor. Sollte noch Kyaw Zayar Win hinzukommen werden sicher in allen Partien einen guten Kampf liefern.

Man sollte allerdings auch keine spielerischen Glanzleistungen von Myanmar erwarten. Unter Avramovic hat sich der Spielstil sehr geändert. Der Fokus liegt jetzt einzig auf dem Ergebnis.
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