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AFF Suzuki Cup 2014 - Gruppe A unter der Lupe

AFF Suzuki Cup
Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Nun ja. Ist es. Wir alle sind wieder zwei Jahre älter geworden, es steht Weihnachten vor der Tür und somit auch der AFF Suzuki Cup.

Wie immer aller zwei Jahre wenn der AFF Cup ansteht, nehmen wir auch in diesem Jahr beide Gruppen unter die Lupe. Diesmal allerdings mit tatkräftiger Unterstützung einiger Experten und Blogger. Beginnen wollen wir mit der Gruppe A und Vietnam, das bereits zum 4. Mal Gastgeber ist und 2008 zuletzt und zum bisher einzigen Mal den Pokal gewinnen konnte. Neben dem Sieger von 2008 kämpfen die Philippinen, Indonesien und Laos um den Einzug ins Halbfinale.

Vietnam

Keine Frage, Vietnam, ist der Favorit auf den Gewinn der Gruppe A. Das bringt das Gastgeben eines Turniers für gewöhnlich mit sich. Und vor 40.000 Vietnamesen, die ein Stadion zur Hölle werden lassen können, allemal. Natürlich kann es sich auch in das Gegenteil umkehren und der Druck vor eigenem Publikum ins unermessliche steigen.

Wie verrückt die Vietnamesen nach Fußball sind, zeigte sich erst kürzlich bei der U-19 Südostasienmeisterschaft. Vietnam stand als Gastgeber im Finale Japan gegenüber - im gleichen Stadion in dem der AFF Cup ausgetragen werden wird. Und es war ausverkauft. Es ging sogar so weit, dass Fans randalierten, weil sie für das Spiel keine Tickets mehr bekamen. Man kann sich also nur zugut vorstellen welche Atmosphäre die Gäste und Gastgeber in Vietnam erwartet.

Mit dem Japaner Toshiya Miura haben die Vietnamesen erstmals seit der Entlassung von Falk Götz im Dezember 2011 wieder einen ausländischen Trainer. Miura kann dabei auf die Erfahrung von 6 Jahren J-League zurückgreifen.

Vietnamexperte und Journalist Erick Bui: "Vietnam hatte die längste Vorbereitung von allen AFF Cup Teilnehmern. Sie trainieren bereits seit drei Monaten zusammen, bestritten 11 Freundschaftsspiele zur Vorbereitung und verbrachten drei Wochen in einem Trainingslager in Japan. Das letzte Testspiel am 16. November gegen Malaysia konnte zwar mit 3:1 gewonnen werden, warf allerdings mehr Bedenken über die schwache Abwehr auf als Selbstvertrauen. Nach zuletzt ausbleibenden Erfolgen bei regionalen Wettbewerben und einer turbulenten Saison in Vietnam sind die Erwartungen nicht sehr hoch. Nicht zuletzt werden die Senioren aktuell auch von der U-19 in den Schatten gestellt.

Toshiya Miura brachte in die Nationalmannschaft einen für Vietnam ungewohnten Stil ein, was auch dazu führte, dass Spieler wie Huynh Quoc Anh und Nguyen Vu Phong nicht mehr berücksichtigt wurden. Von der Mannschaft die 2008 den Titel holte sind nur noch drei in der aktuellen Elf, inklusive Superstar Le Cong Vinh. Die Hoffnungen ruhen aber auf den Schultern von Spielern wie Nguyen Van Quyet und Nguyen Anh Duc."

Indonesien

Schwer zu glauben aber war. Indonesien, das Land mit der größten Bevölkerung in Südostasien konnte bisher noch nie den AFF Cup gewinnen. Trotz Spielern wie Bambang Pamungkas und Kurniawan Dwi Yulianto. 4-mal stand man bisher im Endspiel und scheiterte jedes mal. Zuletzt war dies 2010 im Finale gegen Malaysia der Fall. Der Österreicher Alfred Riedl war damals in der Verantwortung und ist es jetzt wieder. Mit Vietnam und Indonesien stand er bisher in fünf Endspielen. Ob SEA-Games oder AFF Cup - er verlor sie alle. Ein Makel des ewigen Zweiten, dass er sicher gerne endlich ablegen möchte.

Irfan Bachdim

Nicht im Kader: Irfan Bachdim
Bild: © thai-fussball.com

Mannschaften von Riedl zeichnen vor allem immer großer Teamgeist und Kampfstärke aus, wobei das spielerische Element keines Wegs zu kurz kommt. Vor großen Namen macht er keinen Halt und sortiert gnadenlos aus. Titus Bonei wird beim Suzuki Cup ebenso wenig dabei sein wie Irfan Bachdim, der im letzten Jahr noch sein Geld in Thailand verdiente. Mit an Bord sind dafür alte bekannte wie, im wahrsten Sinne des Wortes, der 38 Jahre alte Cristian Gonzáles, und Thailandlegionär Sergio van Dijk vom FC Suphanburi. Ein weiterer Bekannter aus der TPL ist Victor Igbonefo der 2012 für Chiang Rai United die Töppen schnürte.

Eine Überraschung im Team ist Evan Dimas von Persebaya. Er machte in den letzten Monaten in der U-19 auf sich aufmerksam, kam aber in der Liga bisher noch zu keinem Einsatz.

Philippinen


Die Philippinen sind aus Deutscher und Schweizer Sicht mit Sicherheit die interessanteste Mannschaft beim diesjährigen AFF Cup.

Nach dem Deutschen Michael Weiss, der die Azkals vor 2 Jahren ins Halbfinale führte, hat mit Tom Dooley ein Kind der Bundesliga das Ruder übernommen. Für den 52 jährigen ist es erst die 2. Station als Cheftrainer, nach Saarbrücken vor gut 10 Jahren. Anfang des Jahres hat er seinen Posten als Assistent von Jürgen Klinsmann in den USA aufgegeben, um sich der Herausforderung zu stellen.

Seine Amtszeit begann dabei mit einigem Wirbel. Gleich drei Spieler erklärten nicht mehr unter Dooley spielen zu wollen. Stephan Schröck (Greuther Fürth), Dennis Cagara (ex KSC und Dynamo Dresden), sowie Torhüter Neil Etheridge (Oldham Athletic). Der Europapokalsieger von 1996 (mit Schalke) warf teilen dieser Spieler hinterher mangelnde Professionalität und Egoismus vor.

Im Kader für den AFF Cup finden sich mit Manuell Ott, Patrick Reichelt und Martin Steuble Spieler wieder, die in Deutschland und der Schweiz geboren wurden. Der ex- Duisburger Roland Müller, jetzt in Diensten von Servette Genf, wird aber ebenso fehlen wie Javier Patino von Buriram United. Da der AFF Cup nicht an FIFA-Spieltagen stattfindet besteht natürlich keine Abstellungspflicht. Das gilt sowohl für Müller und Patino als auch Schröck. Wenngleich Patino aktuell keinerlei Verpflichtungen hat. Aber im Kader Thailands findet sich ja auch kein Spieler vom Meister wieder (Adisak Kraisorn wechselt zu BEC Tero Sasana).

Dooley setzt bei der diesjährigen Ausgabe hauptsächlich auf Spieler aus der eigenen Liga, wenn die Azkals dieser Tage eine Reise die Vergangenheit antreten. 2014 wie 2010 ist Vietnam der Gastgeber einer Gruppe. Damals im Mỹ Đình National Stadium, gelang den Philippinen unter Trainer-Nobody Simon McMenemy die Sensation. Man schlug nicht nur den Gastgeber vor fanatischen 40.000 Fans mit 2:0, man zog auch erstmals in Halbfinale ein und trat damit in dem basketballverrückten Land eine Fußballeuphorie los.

Aus den Testspielergebnissen lässt sich sehr wenig ablesen. Taiwan, Nepal, Kambodscha und Papa Neu-Guinea, sind inzwischen selbst für die Azkals kaum noch ernst zu nehmende Gegner. Gegen Laos, auf das man am Samstag zum Auftakt treffen wird, konnte Anfang des Jahres 2:0 gewonnen werden. Einzig ernst zunehmender Gegner waren die Thais vor 2 Wochen, als man glatt mit 3:0 verlor. Dooley erklärte Thailand postum zum Favoriten auf den Titel und nannte es die beste Elf in der Region. Die Azkals waren in dieser Partie allerdings auch wirklich sehr schwach. Möglicherweise waren sie falsch vorbereitet. So soll Dooley ein Video von der Niederlage gegen Korea bei den Asian Games gezeigt haben, wo Thailand komplett anders agierte als in den Spielen zuvor und so auch gegen die Philippinen.

Johnny vom Filipino Footballblog: "Trainer Tom Dooley will den AFF Cup gewinnen. Dabei setzt man hauptsächlich auf Spieler, die im Ausland groß wurden und in der heimischen UFL-League spielen. Torhüter Roland Müller wird für die Gruppenphase nicht zur Verfügung stehen. Aber er könnte im Fall eines Halbfinals nachreisen. Meine Prognose: Die Philippinen werden zusammen mit Indonesien um Platz 2 kämpfen, und sich hoffentlich für die Letzten 4 qualifizieren. Dort dürfte dann aber Endstation sein."

Laos

Die Laoten sind wie immer, der krasse Außenseiter beim AFF Cup. Neben Myanmar musste man sich über eine Vorschlussrunde für den AFF Cup qualifizieren. Hätte die Auslosung zur Endrunde nur 4 Wochen später stattgefunden, also im September, wäre Laos direkt für die Endrunde spielberechtigt gewesen und statt ihrer hätten die Thais eine Extrarunde drehen dürfen. Denn für die Setzliste ist immer die aktuelle Platzierung in der FIFA-Weltrangliste maßgebend.

Den Hauptanteil an der erfolgreichen Qualifikation, gemessen an Toren, trugen die beiden Thailegionäre Khampheng Sayavutthi (Ang Thong FC) und Soukaphone Vongchiengkham (Saraburi FC). Seit 2004 bei einer Endrunde auf einen Sieg wartend gibt man sich im Lager des Außenseiters dennoch selbstbewusst. Mano Nhouvannasak, der "Kölsche Jong" mit laotischen Wurzeln und ein alter Bekannter dieser Plattform, hing seine Fußballschuhe vor ein paar Jahren an den Nagel und ist inzwischen "Assistant General Secretary" beim laotischen Verband. Mano zur Zielsetzung: "Wir wollen ins Halbfinale! Mental sind wir gut drauf die anderen Teams haben brutalen Druck. Wir nicht."

An der Seitenlinie dafür sorgen, dass dieses Vorhaben auch klappt, soll ein weiterer alter Bekannter. Der Engländer David Booth, ist in der Region kein Unbekannter und nun schon zum zweiten Mal Cheftrainer der Laoten. Das erste mal 2010 beim AFF Cup, als Mano noch in der U-23 unter dem damaligen Trainer Alfred Riedl trainierte. "Er war sehr gut 2010 und da wir Norio Tsukitate entlassen haben kam uns die Idee, ihn einzustellen. Er ist ein guter Trainer, versteht die Spieler und die Kultur." so Mano zur erneuten Verpflichtung des inzwischen 66 jährigen.
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