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AFF Cup Finale 2016: Titel oder Brautjungfer

Thai Nationalmannschaft Thammasat Stadion

Ready! Set! Go! Titel Nummer 5?
Bild: © Thananuwat Srirasant

Nach einem überzeugenden Halbfinale gegen Myanmar steht Thailand im Finale des AFF Cup 2016. Und trifft dort überraschend nicht auf Vietnam. Sondern auf Indonesien, das bisher nur als Brautjungfer diente.

Mit dem Einzug in das Finale 2016 rückt Indonesien in der Rangliste der Finalteilnahmen auf Platz 2 vor. Nur Thailand hat mit bisher acht Teilnahmen mehr auf seinem Konto. Der Unterschied, während Thailand die historische Chance hat, fünfmaliger Gewinner des AFF Cup zu werden, wartet Indonesien immer noch auf seinen ersten Titel. In all seinen Finals (2000, 2002, 2004 und 2012), diente Thailands Gegner nur als Steigbügelhalter für den kommenden Gewinner.

Das Indonesien ins Finale des AFF Suzuki Cup vorstoßen konnte, kann man getrost als Überraschung verbuchen. Schon mit dem Überstehen der Gruppenphase, gegen Thailand verlor man 2:4, hatte keiner gerechnet. Als dann auch noch Vietnam im Halbfinale wartete, dachten wohl nur die kühnsten Optimisten an einen Finaleinzug.

Doch Indonesien wusste sich nach der 2:4-Niederlage im ersten Gruppenspiel zu steigern. Vor allem spielerisch. Der Höhepunkt war dabei der 2:1-Heimsieg gegen Vietnam im Hinspiel des Halbfinals. Das Rückspiel in Hanoi war vermutlich das dramatischste bisher, in der diesjährigen Ausgabe des Turniers und wird sicher in die Annalen des AFF Cup eingehen.

Vietnam dominierte die komplette Partie und Indonesien parkte den Bus vor dem Tor. Man wunderte sich, ob dies gut gehen würde, und, wie wir wissen, ja ging es. In einem Spiel, das alles an Drama aufbot, reichten der Elf von Alfons Riedl eigentlich zwei halbe Chancen um das Finale klarzumachen. Ein Eigentor in der 54. Minute verhalf dem Außenseiter zur Führung. Als Vietnam bereits dreimal gewechselt hatte, musste Torhüter Trần Nguyên Mạnh nach 76 Minuten den Platz mit Rot verlassen.

Für ihn ging der Abwehrspieler Quế Ngọc Hải ins Tor. Vietnam, immer noch 0:1 hinten machte weiter Druck und kam in der 83. zum Ausgleich. Angepeitscht von 40.000 Zuschauern gelang den Gastgebern in der Nachspielzeit sogar der Führungstreffer und Vietnam rettete sich in die Verlängerung. Als jedoch Ersatztorhüter Quế Ngọc Hải im Stile eines Verteidigers seinen Gegenspieler im 16er abräumte, gab es Elfmeter und Manahati Lestusen verwandelte sicher zum 2:2-Endstand.

Die Begegnung zeigte einmal mehr, dass der AFF-Cup aller zwei Jahre voll mit Dramen steckt, wie kaum ein anderes Turnier in Asien.

Weniger dramatisch verlief Thailands Halbfinale gegen Myanmar. Nach einem 2:0 im Hinspiel deklassierte Thailand Myanmar im heimischen Rajamangala-Stadion mit 4:0. Die Thais waren der jungen Mannschaft von Gerd Zeise in vielen Belangen überlegen und schalteten auch schon mal einen Gang zurück.

Vor der Leistung und der Spielweise von Myanmar muss man trotzdem den Hut ziehen. Unabhängig vom Spielstand wurde immer versucht nach vorne zu spielen und man suchte seine Chance im Angriff. Auffälligster Spieler: Aung Thung. Den jungen Mann sollte man auf jeden Fall in den nächsten Jahren auf dem Zettel haben. Und auch von der Zeise-Elf kann man in den nächsten Jahren wohl noch einiges erwarten. Das Potential ist da und die Mannschaft steht in etwa da, wo Thailand vor 3-4 Jahren stand.

Vor dem Hinspiel am Mittwoch in Indonesien herrscht im thailändischen Lager Gelassenheit. Es gibt keine Verletzten und gesperrt ist auch niemand. Trainer Senamuang kann also aus dem Vollen schöpfen. Zudem führt Teerasil Dangda mit 5 Treffern die Torschützenliste an. Insgesamt hat der Stürmer jetzt 14 Tore im AFF-Cup auf seinem Konto. Womit er seinen Trainer schon um 2 Tore überflügeln konnte. Teerasil fehlen noch 4 weitere Tore, um alleiniger Topscorer des Turniers zu werden. Gerade mal 28 Jahre alt, hat er dafür noch reichlich Zeit.

Klar, Thailand geht auch in das Finale als der übergroße Favorit. Anders als im Gruppenspiel gegen Indonesien kann man es sich diesmal nicht leisten mal einen Gang zurückzuschalten, und dann mal eben zwei Tore zu kassieren. Das wäre tödlich. Indonesien hat bewiesen, dass es sowohl in der Lage ist, spielerisch mitzuhalten und gleichzeitig den Bus zu parken. Sowohl Thailand als auch Vietnam ähneln sich in der Spielanlage. Da bleibt es zu hoffen, dass die Thais die Partien zwischen Indonesien und Vietnam ausgiebig studiert haben. Und das Thailand im Gegensatz zu Vietnam, mehr aus seiner, vermutlich vorhanden Überlegenheit und den Chancen, machen wird.

AFF Cup ist gleich Drama. Immer. So kann man dies auch für die beiden Finalspiele erwarten. Und am Samstag werden wir wissen, ob es für Indonesien wieder nur zur Brautjungfer gereicht haben wird, ob Indonesien vielleicht seinen ersten AFF-Cup-Titel erringen kann, oder ob Thailand alleiniger, 5-maliger Gewinner sein wird.

Beide Partien, sowohl in Indonesien als auch in Bangkok, sind restlos ausverkauft. In Thailand überträgt wie bisher, Channel 7. Wer außerhalb lebt, kann sich die beiden Partien auf dem You-Tube-Kanal des AFF Cup ansehen.
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