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AFC U23: Thailand als Geheimfavorit

U-23 Herren Nationalmannschaft Willkommenschild in Katar

Willkommenschild in Katar
Bild: © Finn Clausen

Wenn Thailand am Mittwoch bei der AFC U-23-Meisterschaft in das Geschehen um das Rennen um die Plätze für Rio 2016 eingreift, weiß man nicht so recht was man erwarten soll. Ist Thailand wirklich einer der Geheimfavoriten oder scheidet man bereits nach der Gruppenphase aus? Ein Ticket nach Rio dürfte aber kaum drin sein.

Natürlich kann die Frage frühestens erst beantwortet werden, wenn die Gruppenphase gespielt ist. Aber vom frühen Ausscheiden, bis zu einem überraschend guten Turnier, ist für Thailands U-23 wirklich alles drin. Doch muss auch vieles zusammenpassen. Die Vorrausetzungen für ein gutes Turnier sind nicht schlecht. Doch sind auch Zweifel angebracht.

In der Heimat des 23-köpfigen Kaders sind die Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden Thailands groß. Von einer Qualifikation zu den Olympischen Spielen mag aber dennoch so recht niemand sprechen. Immerhin müsste man dafür mindestens Dritter werden. Und die letzte Teilnahme einer thailändischen Mannschaft an den Sommerspielen liegt auch schon wieder 47 Jahre zurück.

Die Mannschaft anno 2016, die zum ersten Mal an der AFC U-23-Meisterschaft teilnimmt, wird von A-Nationalmannschaftstrainer Kiatisuk Senamuang betreut. In seinem Kader befinden sich ca. 7-8 Spieler, welche zum Kern oder dem erweiterten Kreis der Nationalmannschaft gehören. Nimmt man die Erfolge der letzten Jahre unter Kitatisuk und seinem Mannen hinzu, Gewinn des AFF Cup 2014, 4. bei den Asian Games 2014 und der Gewinn der SEA-Games 2015, dann fußt vor allem auch darauf die Hoffnung, das Selbstvertrauen und die Euphorie der Fans in Thailand, dass ihr Team in Katar etwas reißen könnte. Und nicht minder sehen es wohl die ausländischen Medien, welche Thailand die Rolle des Geheimfavoriten, auch genannt "Dark Horse", zuschreiben.

Angeführt wird die Elf von keinem Geringerem als AFF-Cup-MVP Chanathip "Messi Jay" Songkrasin. Der 21-Jährige wurde Trainer Senamuang vor dem Turnier zum Kapitän ernannt. Eine nachvollziehbare und durchaus richtige Entscheidung. Denn dem Kleinen wieselflink wird damit auch die Chance gegeben zu wachsen, und zu reifen. Etwas das seiner weiteren Karriere, vor allem eben auch in der Nationalmannschaft, behilflich sein dürfte.

Neben Chanathip befinden sich mit Thitipan Puangchan, Tristan Do, Tanaboon Kesarat und Narubadin Weerawatnodom weitere namenhafte Spieler im Kader. Dazu kommt mit Worachit Kanitsribampen vom FC Chonburi und gerade mal 18 Jahre alt, der Kapitän der U-19 Thailands, sowie Chenrop Samphaodi ebenfalls von der U-19.

Insgesamt verfügt der Kader über sehr viel Erfahrung. Internatonal wie national. So kommen allein die Spieler aus der Thai Premier League, und das sind 19 an der Zahl, auf insgesamt 382 Einsätze in der abgelaufenen Saison.

Gleichzeitig aber offenbart sich bei genauerem Hinsehen auch das Problem, welches die Mannschaft haben könnte. Denn zum einen sind viele Spieler inzwischen über einen langen Zeitraum hinweg im Einsatz. Sowohl für die Nationalmannschaft bei den bereits angesprochenen Turnieren als auch für den Verein. Das heißt wenig Regenerationsphasen, viele Spiele und eventuell auch eine gewisse Art des überspielt seins.

Schaut man auf die Torhüter finden sich mit Rattanai Songsangchan der Einzige mit ausreichend Spielpraxis. Der Torwart von Police United, der die gesamte letzte Saison in der 2. Liga verbrachte, wurde dabei aber auch nicht sonderlich gefordert. Somporn Yos und Watchara Buathong schaffen es zusammen gerade mal auf 9 Spiele, in der gerade abgelaufenen Saison, der TPL.

Taktisch ändert sich für die meisten Spieler, und das ist das Gute, wenig. Mit Kiatisuk Senamuang als U-23 und A-Mannschafts-Trainer weiß der Kern ohnehin was ihn erwartet, und was der Trainer erwartet.

So wird dann auch die Spielweise der U-23 kaum anders sein als die der Herren. Mit Ballbesitz versuchen das Spiel zu dominieren, den Gegner in der eigenen Hälfte einschnüren, und sollte es notwendig sein, wird bei Ballgewinn in der eigenen Hälfte, und einem hoch aufgerücktem Gegner, schnell auf das Konterspiel umgeschaltet.

Ein Schwachpunkt der Elf könnte Tristian Do sein. Wen er als rechter Verteidiger auflaufen sollte. Wie er schon bei den Herren beweis stellte, zählt Verteidigen nicht zu den stärken des gelernten Offensivspielers. Gerade in der Vorwärtsbewegung dürfte Thailand bei Gegenstößen über die rechte Seite besonders anfällig sein.

Den Auftakt für Thailand bildet die Partie gegen Saudi-Arabien an diesem Mittwoch. Dabei wird es für die Thais gleich im Auftakt darum gehen (müssen), drei Punkte mitzunehmen will man eine Chance auf die K.O.-Runde haben. Denn bereits am Samstag wartet Japan und ein Punktgewinn wäre mehr als eine Überraschung. Den Abschluss der Gruppenspiele bildet dann die Partie gegen Nordkorea. Auf den gleichen Gegner traf man bereits in der Qualifikation, wo sich beide torlos trennten.

Alle Begegnungen mit thailändischer Beteiligung werden im Free-TV auf Channel 7 übertragen. Ein Vorschau über die Teams bei der U-23-Meisterschaft könnt ihr bei unserem Schwesterprojekt und seiner aktuellen Ausgabe, dem Kick it like Asia Podcast, nachhöhren.
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