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AFC-Inspektoren kommen nach Thailand

Asian Football Confederation

Es geht um die Startplätze

Wie bereits vermeldet, werden vom 1. Oktober bis 9. Oktober einige Inspektoren des asiatischen Fussballverbandes in Thailand weilen. Grund des Besuches ist die Überprüfung der von der AFC vorgegebenen Richtlinien für Klubs bzw. Landesverbände, die an der Asia Champions League  und dem AFC Cup teilnehmen wollen. Anders als zum Beispiel in Europa mit dem UEFA-Fünf-Jahres-Koeffizienten spielen derzeit in Asien sportliche Resultate keine Rolle bei der Vergabe der Länder-Plätze.

Die Inspektoren werden in dem genannten Zeitraum allen Vereinen der Thai Premier League einen Besuch abstatten und sich zwei Ligaspiele ansehen. Es wird darauf ankommen, gewisse Kriterien hinsichtlich der Struktur der Ligen, der Beschaffenheit der Stadien oder auch der Berichterstattung in den nationalen Medien zu erfüllen.

Damit sind die Verbände aber auch die Klubs gezwungen, entsprechende professionelle Strukturen zu schaffen, wie sie in Europa eigentlich selbstverständlich sind. Dies alles ist Teil der Reformen, die die AFC seit dem schwachen Abschneiden der asiatischen Teams bei der WM 2006 beschreitet und die bis zum Jahre 2012 zu voller Professionalität ausgeweitet werden soll.

Erste Ergebnisse dieser Reformen waren in Thailand die Gründung der Thai Premier League Co. Ltd. im Jahr 2009. Sie ist der Veranstalter der Liga, wie zum Beispiel bei uns in Deutschland die DFL. Weitere Reformen führten dazu, dass alle Vereine der ersten und zweiten Liga in eingetragene Gesellschaft umgewandelt werden mussten. Dies führte zum Beispiel zur Auflösung des FC Bangkok Bank und des FC Krung Thai Bank und die Übernahme dessen Lizenz durch Bangkok Glass. Banken dürfen keine solch eingetragene Gesellschaft haben.

J. Meelarp, einer der wenigen
Cheftrainer mit AFC A-Lizenz
(c) thai-fusball.de

Als Ergebnis der neuerlichen Kontrolle und der Kontrollen in den anderen Ländern wird es im November eine abschließende Beratung geben, auf der festgelegt wird, wie viele Startplätze die einzelnen Länder in den Jahren 2011 und 2012 bei den beiden internationalen Klubwettbewerben haben werden. Wie AFC Präsident Mohamed Bin Hammam bereits im Juli mitteilte, werden ab 2011 definitiv nur noch Klubs aus Ländern an der ACL teilnehmen dürfen, deren Ligen und Klubs vollständig professionell geführt werden.

Eine Ausnahme könnte Südkorea bilden, wo AFC und Verband bereits Gespräche führen, weil der dortige Armee Klub Gwangju Sangmu FC keine eingetragene Gesellschaft ist und die Spieler keine Verträge haben. Außerdem wird der Austragungsort für das Endspiel 2011 zwischen den beiden Final-Teilnehmern ausgelost. Eine Entscheidung die sicherlich nicht ganz glücklich ist, aber auch den großen Entfernungen und der Zeitverschiebung geopfert ist.

Kriterien für die Einstufung

Das letzte Ranking wurde von einem AFC Pro-League Komitee zwischen 2006 und 2008 ermittelt. Ende 2008 wurde Thailand mit 221 Punkten auf Platz 12 eingestuft und erhielt statt vorher zwei Startplätzen in der ACL nur noch einen Platz für die Qualifikationsrunde sowie einen Platz für den AFC Cup.

Folgende Kriterien spielen bei der Inspektion eine Rolle. In Klammer die Anzahl der optimalen Punktzahl sowie dahinter die Zahlen für Thailand mit Stand Mai 2008 und Erläuterungen zu den Kriterien:

1. Organisation (20 Punkte/ 18): Anzahl der Klubs in Liga 1, Format mit Heim- und Auswärtsspielen, mind. 8 Monate dauernde Saison für Liga 1, mind. 6 internationale Schiedsrichter, Disziplinar-Kodex etc.
2. Technischer Standard (100/ 33): basierend auf dem allgemeinen kontinatalen Standard in den letzten 5 Jahren
3. Zuschauerzahl (100/ 26): es wird Eintritt genommen, Zuschauerdurchschnitt, ordentliche Abrechnung der Tickets und Bekanntgabe der Zuschauerzahlen
4. Betriebsführung und Bonität von Liga und Verband (50/ 35): Regierung mischt sich nicht ein, entsprechende Management-Strukturen und Geschäftsfähigkeit der Ligaführung etc.
5. Marketing und Promotion (20/ 14): Zentrale Vermarktung, Werbe-Strategien
6. Geschäftsumfang (100/ 3): Art der Einnahmen, sprich Zentralvermarktung und Merchandising sowie Umfang der Einnahmen
7. Spiel-Organisation (20/ 20): getrennte Zonen für Fans, Spieler, Medien, und Offizielle, Anwesenheit eines Sicherheitsverantwortlicher, Fan-Service
8. Medien (20/ 9): Akkreditierungsmöglichkeiten für Presseleute, Medientribünen, Pressekonferenzen, 30% aller Spiele im Fernsehen in voller Länge, mindestens 1 Live-Spiel pro Spieltag etc.
9. Stadien (20/ 4,2): Arbeitsräume und Platz für Medienvertreter, Möglichkeiten für TV-Übertragungen, Flutlicht, Stadion innerhalb 200km Umkreis von internationalem Flughafen etc.
10. Klubs (50/ 41): gesetzlich eingetragene Company oder Verein, Nachwuchsarbeit, Trainerlizenz Klasse „A“, mindestens 18 Profi-Spieler mit entsprechenden Verträgen, Stadion mit mindestens 3000 Plätzen etc.

Insgesamt können also 500 Punkte erreicht werden.

Die tatsächliche Wertigkeit der jeweiligen Kriterien wird allerdings erst im November auf der abschließenden Beratung bekannt gegeben. Ein neues Kriterium dürfte die Infrastruktur sein, wozu neben der Anzahl der Hotel-Sterne für Spieler und Offizielle auch öffentlicher Nahverkehr und die Einfachheit der Visa-Prozedur gehören wird.

Chancen für Thailand

Dürfte fast alle Auflagen erfüllen,
das Yamaha-Stadion
(c) thai-fussball.de

Die größten Probleme, die geforderten Kriterien zu erfüllen, hatte Thailand bei der letzten Überprüfung hinsichtlich der Zuschauerzahlen (damals war ein Durchschnitt von 2000 Zuschauern gefordert) und der Trainerlizenzen. Hier fordert die AFC das alle Clubs einen Trainer mit AFC A-Lizenz haben. Bei Vor-Inspektionen Mitte des Jahres wurden speziell Thailand und Singapur große Fortschritte von Seiten des Kontinental-Verbandes attestiert. Da offensichtlich die Zuscherzahlen nicht nur in Thailand angestiegen sind, hat man zur besseren Einstufung die eigentlich erst für 2012 geforderte Zahl von 5.000 Besuchern nun bereits als Kriterium für dieses Jahr herangezogen.

Außerdem wurde auch die notwendige Mindest-Anzahl der Klasse A-Stadien, die für ACL-Spiele genutzt werden können und mindestens 5000 überdachte Plätze haben müssen, pro Teilnehmerland auf 2 erhöht. Ganz klar zu sehen ist, dass die Qualität der einzelnen Stadien also nur eine untergeordnete Rolle spielt. Im Notfall wird die AFC die Spiele der thailändischen Teams im Supachalasai National Stadium austragen lassen, wie schon die Spiele des FC Thai Port im AFC Cup 2010 und des FC Chonburi in der AFC Champions League 2008.

Da Thailand speziell bei den wichtigen 100-Punkte-Kriterien enorm zugelegt haben dürfte, könnte damit evtl. sogar Indonesien (287 Punkte) von Platz 8 und Singapur (279 Punkte) von Platz 9 verdrängt werden. Vor allem Singapur dürfte bei den erhöhten Kriterien Problem bekommen. Vor allem hinsichtlich der Zuschauerzahlen.

Wie verteilen sich die Plätze

Bisher sah die Verteilung der 32 Teilnehmerplätze für die Gruppenphase vor, dass je 15 feste Plätze an Westasiatische Teams und 15 an Ostasiatische Teams gehen und die anderen 2 Plätze in Ausscheidungsrunden vergeben werden. Daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern. Ebenso wenig auch an der Aufteilung der 8 Gruppen in Ost- und Westasien, da es aufgrund der zum Teil extremen Entfernungen zwischen zum Beispiel Japan und Kuwai einen zu großen Aufwand darstellen würde, wenn diese Teams schon in der Gruppenphase aufeinander treffen würden..

Je 4 Start-Plätze wurden an die jeweils ersten 3 Länder in Ost- und West-Asien vergeben und nur die 10 Top-Ligen (je 5 in Ost- und West-Asien) durften direkt Vertreter in die ACL entsenden. Völlig unklar ist, ob zum Beispiel Länder wie Japan, China oder Iran, die bisher 4 Vertreter in die ACL entsenden durften, aber keinen Platz im AFC Cup hatten, nun nach und nach auch auf den AFC Cup verteilt werden.
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