Language:

  

AFC Cup 2010 - Viertelfinale - Muang Thong schafft Sensation, Thai Port ist raus

AFC Cup

Muang Thong v Karamah
(c) thai-fussball.de

Der gestrige Dienstag war ein großartiger Tag für Muang Thong und dem thailändischen Fussball. Es hätte noch besser kommen können, wäre auch dem FC Thai Port der Einzug in das Halbfinale gelungen.

Nehmen wir es, wie es ist. Egal ob Muang Thong in das Finale einziehen wird, was beide Vereine im AFC Cup 2010 erreicht haben war und ist nicht hoch genug zu bewerten. Es markiert fast so etwas wie das Comeback des thailändischen Fussballs auf dem asiatischen Kontinent. 2003 stand mit BEC-Tero letztmals ein Klub in einem Halbfinale eines AFC Vereinswettbewerbes. Beide Vereine, Thai Port und Muang Thong traute man im Vorfeld nicht zu so weit kommen zu können. Zu groß schien und ist die Übermacht der arabischen Vereine.

Da Nang aus Vietnam verlor gegen den bahreinischen Vertreter Al Riffa nach 0:3 im Hinspiel auch noch das Rückspiel mit 3:5, womit sich jetzt 3 Vereine aus dem Nahen Osten im Halbfinale befinden.

Muang Thong United - Al-Karamah SC

15.650 Zuschauer sorgten in Muang Thong Thani für eine Kulisse, die von Anfang an internationales Cup-Feeling aufkommen ließ. Im Gegensatz zum Hinspiel konnte Teerasil Dangda nach seiner Schulterverletzung wieder mitmachen, sodass MTU in Bestbesetzung antreten konnte. Die Gäste traten mit der gleichen Elf wie vor einer Woche an.

Den Gastgebern merkte man deutlich an, dass sie gewillt waren, den Heimvorteil zu ihren Gunsten auszunutzen. Denn von Beginn an machte der der thailändische Meister Druck aufs Tor, ließ den Ball kombinationssicher in den eigenen Reihen laufen und erarbeitete sich mit variablem Angriffspiel mehrere Torschußmöglichkeiten. Trotzdem der Gast aus Syrien mit Richard Etiege und Fabio Santos gleich zwei Abwehrrecken von 2 Meter Größe in den Reihen hat, versuchte MTU es auch mit hohen Bällen in den Strafraum.

Einen Knaller von Dangda aus 25 Metern konnte der Torwart der Gäste, der nicht immer den sichersten Eindruck machte, zur Ecke ablenken. Ein Schuss von Christian Kouakou kurz danach ging um einiges über das Tor. Die Spieler von Al Karamah, die sich das ganze Spiel über des Öfteren gegenseitig behinderten, schienen zu dem Zeitpunkt nur auf dem Feld zu sein, damit MTU nicht alleine spielen muss. Erst in der 15. Minute tauchten die Gäste zum ersten Mal in der Nähe des gegnerischen Tores auf. Irgendwie wurde man das Gefühl nicht los, dass sie das Hinspielergebnis über die Zeit retten wollten.

Zur Freude der Zuschauer schien auch der koreanische Schiedsrichter auf der Seite Muang Thongs zu sein, der zunächst prinzipiell alle Fouls zu Gunsten der Gastgeber pfiff. Nach gut 20 Minuten hatte man dann den Eindruck, dass Muang Thong United so langsam die Ideen ausgehen, wie man den Ball ins gegnerische Tor bekommt. Immer öfter rannte man sich fest, steckte deswegen aber nie auf und blieb weiterhin am Drücker.

Nach etwa 20 Minuten konnte die Abwehr Al Karamahs einen Freistoss nur unzureichend auf die rechte Seite zu Teerasil Dangda klären. Dieser flankte auf Nataporn Panrit, der den Ball mit der Hacke über ein paar Meter zu Datsakorn Thonglao weiterleitete, der mit einem fantastischen Volleyschuss aus 20 Metern für die umjubelte 1:0 Führung sorgte.

Nur wenigte Minuten später zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt, als Christian Kouakou nach einem leichten Trikotzupfer im Strafraum zu Fall kam. Wohl zu Recht beschwerte sich Al Karamahs Abwehrchef Etiege beim Schiedsrichter und bekam prompt die gelbe Karte. Nach einem weiteren Foul wurde er ermahnt, in Zukunft jegliches Foul zu vermeiden, sonst würde er vom Platz gestellt. So konnte er seine Abwehrarbeit nur noch ganz vorsichtig verrichten. Den Elfmeter verwandelte Dagno Siaka gewohnt sicher zum 2:0. Muang Thong wäre zu diesem Zeitpunkt eine Runde weiter gewesen, was so nach und nach auch den Gästen aufzufallen schien.

Mit etwas mehr Einsatzwillen als zu Beginn kehrten sie aus der Kabine zurück. Muang Thong kam nun stellenweise in Bedrängnis, allerdings ohne dass die Gäste davon profitieren konnten. Entweder waren die Schussversuche zu ungenau, oder Torwart Kawin Thamsatchanan war zur Stelle und rettete.

Wird Desaeyere zum Thai?
(c) thai-fussball.de

United blieb aber gefährlich und tauchte immer wieder vorm Gehäuse der Gäste auf, ein weiteres Tor wollte jedoch nicht fallen. Nach der Kraft raubenden ersten Hälfte fiel nun auch das Kombinieren schwerer, die Angriffe wurden nicht mehr konsequent vorgetragen. Statt wieder mehr Ruhe ins Spiel zu bringen und den Ball in den eigenen Reihen zu halten, agierte man teilweise zu hektisch. So häuften sich auch die Fehlpässe, doch immer gab es jemanden, der den Fehler seines Mitspielers sofort zu korrigieren versuchte.

Mit dem sicheren 2:0 Vorsprung war es daher kaum verwunderlich, dass sich in Hälfte zwei Kawin Thamsatchanan bei seinen Abschlägen vom Tor recht viel Zeit ließ und seine Mitspieler sich vermehrt wegen kleiner Wehwehchen behandeln ließen, um etwas Zeit herauszuholen.

Nach Abpfiff versuchten ein paar Spieler von Al Karamah auf den Schiedsrichter einzustürmen, der daraufhin mit Polizeieskorte vom Platz geführt wurde.

Insgesamt zieht Muang Thong United aber völlig verdient ins Halbfinale ein. Dort wartet am 5. und 19. Oktober mit Al-Ittihad Aleppo erneut ein Gegner aus Syrien. Zum Rückspiel in Syrien, wird Muang Thong dann sicher ein heißer Tanz erwarten, vor mehr als nur 25.000 Zuschauern.

Stimmen zum Spiel:
Rene Desaeyere: Wir haben noch nie so gut gespielt wie heute. Wir sind alle sehr glücklich und hoffen das dieser Sieg uns beflügeln wird. 
Mohamad Qwayed: Vor der Begegnung habe ich meinen Spielern gesagt, wer Sie gewinnt, wird später das Finale gewinnen. Nach dem Spiel bin ich immer noch der Meinung. Ich glaube Muang Thong wird den AFC Cup gewinnen.

Aufstellungen:
Muang Thong United: Kawin Thammasatchanan, Panupong Wongsa, Nattaporn Phanrit, Datsakorn Thonglao (Piyapol Bantao, 77.), Jakkraphan Kaewprom, Teerasil Dangda, Piyachart Thamaphan, Christian Kouakou (Narongchai Vachiraban, 88.), Pichitpong Choechiu, Dagno Siaka, Mohamed Kone, Trainer: Rene Desaeyere

Al-Karamah SC: Mosab Balhous, Fabio Santos, Abdelrazaq Al Hussain, Mohamad Al Hamawi, Mohamed Al Zeno, Belal Abduldaim, Alaa Al Shbli, Tamer Haj Mohammad, Mahmoud Al Mawas, Richard Bohomo, Nasouh Al Nakdali, Trainer: Mohamad Qwayed

Tore: 1:0 Datsakorn Thonglao (28.) 2:0 Dagno Siaka (38.)

Qadsia SC - FC Thai Port

Das es nicht leicht werden würde war sicher allen Beteiligten des FC Thai Port klar. Allerdings sollte man es dem Gegner auch nicht zu leicht machen. Schließlich spielt man um den Einzug in das Halbfinale des AFC Cup. Thai Port hat die ersten 20 Minuten völlig verschlafen, und war eigentlich überhaupt nicht auf dem Platz. Qadsia beherrschte das Spiel vom Fleck weg und kam zu zahlreichen Gelegenheiten.

Thai Port war viel zu weit weg vom Mann und körperlich nicht präsent. Man konnte kaum einen Willen erkennen diese Begegnung gewinnen zu wollen. Folgerichtig stand es auch bereits nach einer knappen Viertelstunde 1:0 für die Heimmannschaft. Torwart Patarakorn Thanganurat war vielleicht etwas zu zögerlich bei der Hereingabe, sodass Hamad Al-Enezi wenig Mühe hatte einzunicken. Patarakorn machte aber ansonsten eine sehr gute Partie und rette ein ums andere Mal. Thai Port kam das erste Mal nach 20 Minuten vor das Tor von Qadsia. Aber die Schüsse von Sompong Soleb und Ekkachai Sumrei verfehlten Ihr Ziel. Nur kurze Zeit später versuchte Thai Port an der Mittellinie auf Abseits zu spielen, was völlig misslang und das Tor zum 2:0 zur Folge hatte. Bader Al-Mutwa lief allein auf Patarakorn zu, umkurvte ihn und schob ein.

Liebe Herren vom FC Thai Port, mag man zwar in der TPL auf Abseits entscheiden, wenn der Ball beim Gegner angekommen ist. International aber gilt, Abseits ab dem Moment des Passes.

Nach dem zweiten Tor kam Thai Port plötzlich zu Chancen und hatte mehrfach die Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Jirawat Makarom traf nur die Latte, Nawaf Al-Khaldi parierte zweimal glänzend gegen Sompong Soleb.

Doch gleich mit Wiederanpfiff der Partie rissen die Hausherren das Geschehen wieder an sich und Abdulaziz Al-Mashahan traf nur den Pfosten. Die Bangkoker konnten sich immer noch nicht richtig aufraffen und individuelle Fehler setzten Ihnen immer wieder zu. Etwa 10 Minuten vor Ende des Spiels machte Abdulaziz Al-Mashahan aber alles richtig und netzte das dritte Tor.

Thai Port fand zwar plötzlich wieder in die Partie und erarbeitete sich Chancen. Aber letztendlich fehlte die letzte Konsequenz in den Aktionen. Am Ende verlor man sicher völlig verdient, aber mit einer anderen Einstellung wäre an diesem Tage vielleicht mehr drin gewesen. Vor allem in Anbetracht der Chancen die Thai Port ja auch hatte.

Stimmen zum Spiel:
Wattana Phochanakong: Unsere Strategie war es, auf Konter zu lauern. Nach der Führung versuchten wir in das Spiel zurück zukommen, was uns aber nicht gelang. Wir haben heute gegen eine gute Mannschaft verloren.

Aufstellungen:
Thai Port: Patarakorn Thanganurat, Rangsan Iam-Wiroj, Nontapan Jiensatawong (Jakkrit Bunkham, 83.), Mario Cesar Da Silva, Moudourou Swa-Moise, Worawut Wangsawad (Alef Poh-ji, 46.), Jirawat Makarom, Sompong Soleb, Kiatjareon Ruangparn, Ekkachai Sumrei (Jacob Aikhionbare, 50.), Sarayoot Chaikamdee, Trainer: Sasom Pobprasert

Qadsia: Nawaf Al-Khaldi, Saleh Al-Sheikh, Ali Al-Shamali, Musaed Neda, Bader Al-Mutwa, Amer Al-Fadhel, Jehad Al-Hussian, Hamad Al-Enezi, Mohammad Rashid, Abdulaziz Al-Mashahan, Trainer: Goran Matkovic

Tore: 1:0 Hamad Al-Enezi (13.), 2:0 Bader Al-Mutwa (22.), 3:0  Abdulaziz Al-Mashahan (77.)




Muang Thong v Karamah
Qadsia v Thai Port



Berichte esgede und lokomotive
Impressum  |   Nutzungsbedingungen  |   Datenschutz

CSS Template by webjestic angepasst durch Marko Pohl für thai-fussball.com

Alle Logos und Warenzeichen auf dieser Seite sind Eigentum der jeweiligen Besitzer und Lizenzhalter.
Im übrigen gilt Haftungsausschluss. Weitere Details finden Sie im Impressum.
Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2009 - 2020 by Thai Fussball | seit 2009