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AFC Champions League: Jährlich grüsst das Murmeltier

AFC Champions League Chiang Rai Uniteds Stadion

Schnuppert Champions League Luft:
Das United-Stadion
Bild: © thai-fussball.com

Es ist mal wieder soweit. Die Qualifikationsrunden zur Gruppenphase der Champions League stehen an. Und damit grüßt dann auch das jährlich wiederkehrende Murmeltier, an dessen Ende bisher immer das Ausscheiden der thailändischen Qualifikanten stand. Bildet die 1. Runde meist keine große Hürde für die Teams aus Thailand, so warten spätestens in der kommenden Runde, die Schwergewichte.

Erstmals Internationale Luft bekommt man in diesem Jahr in Chiang Rai zu kosten. Der Pokalsieger des Jahres 2017 trifft in der Zweiten von insgesamt drei Qualifikationsrunden auf den indonesischen Vertreter Bali United. Der Klub aus dem Urlaubsparadies ist erst seit 2 Jahren dort beheimatet. Er ging aus dem Verein Persisam Putra Samarinda hervor und wurde von Samarinda nach Bali transferiert.

Am Ende der Saison 2017 stand ein überraschender Vizemeistertitel. Den Gewinn der Meisterschaft verpasste man nur wegen des direkten Vergleichs gegen Bhayangkara. Da Bhayangkara aber keine Lizenz von der AFC erhalten hat, darf stattdessen nun Bali United nachrücken. Großen Anteil am Erfolg der letzten Saison hatte der Holländer Sylvano Comvalius. Mit 37 Toren sorgte er alleine für gut die Hälfte aller Saisontore. Ihn muss Chiang Rai United am Dienstag zunächst nicht fürchten. Erst später, in der thailändischen Liga, wenn man auf den FC Suphanburi trifft, wohin der 30-Jährige kürzlich wechselte.

Als Ersatz hat man den in Indonesien, längst selbst zur Legende gewordenen Mazedonier, Ilija Spasojević verpflichtet. Im Kader von Bali finden sich auch noch zwei, durchaus, bekannte Namen. Irfan Bachdim und der Koreaner Ahn Byung-keon. Ahn spielte drei Jahre in Thailand, unter anderem bei Pattaya United und Bachdim war beim FC Chonburi unter Vertrag.

Chiang Rai United seinerseits, das in den letzten beiden Jahren massiv investiert hat, und dabei auch Rekordablösen innerhalb Thailands brach, geht mit viel Rückenwind in die Partie gegen Bali United. Am vergangenen Freitag konnte Meister Buriram im Thai Champions Cup bezwungen werden. Wenn auch erst nach einem denkwürdigen Elfmeterschießen. Die Abgänge auf den Ausländerpositionen konnte Chiang Rai United mehr als adäquat ersetzen. Victor Cardozo kam von Ubon UMT und ist eine absolute Verstärkung in der Abwehr. Im Thai Champions Cup führte er sich gleich gut ein und markierte den Treffer zum 2:2-Ausgleich. Cleiton Silva ist ein weiterer Neuzugang.

Der brasilianische Stürmer muss wohl keinem Fan des thailändischen Fußballs mehr vorgestellt werden. Nach einem Jahr in China kehrte er zurück nach Thailand und, im bereits angesprochenen Supercup, bereitete er den Anschlusstreffer mit einem Sahneaussenristpass vor. Gespannt darf man auf Mayanmars Stürmerstar Kyaw Ko Ko sein, der von Chiang Rai United für die Qualifikationsspiele gemeldet wurde.

Sollte Chiang Rai die Partie gegen Bali für sich entscheiden und eine Runde weiterkommen, grüßt wieder das Murmeltier in Form von Shanghai SIPG. Im letzten Jahr scheiterte Sukhothai an den Chinesen um Oscor, Elkeson und Hulk. Selbst mit viel wohlwollen, und einer guten Leistung, dürfte Chiang Rai in diesem Jahr das gleiche Schicksal blühen.

Muang Thong United

Ein anderes Murmeltier verbirgt sich hinter Johor Darul Ta'zim. In der zweiten Runde der Qualifikation darf der Abomeister aus Malaysia nun schon zum vierten Mal in Folge in Thailand antreten. Und zum zweiten Mal nach 2016 trifft man dabei auf Muang Thong United. Schieden die Southern Tigers 2015 noch mit 0:3 gegen Bangkolk Glass aus, musste man sich ein Jahr später Muang Thong erst im Elfmeterschießen beugen. 2017 machte es besser und schickte überraschend Mano Pölkings Bangkok United, vom Elfmeterpunkt, frühzeitig nach Hause.

Auf den Ausländerpositionen bringt die Mannschaft des Portugiesen Ulisses Morais unheimlich viel Europa-Erfahrung mit. In der Abwehr spielen Bruno Soares der 6 Jahre in Deutschland verbrachte und für den MSV, als auch für die Fortuna aus Düsseldorf die Töppen schnurrte, und La'Vere Corbin-Ong der schon für den Berliner AK und den FSV Frankfurt auflief und im Besitz eines malaysischen Passes it. Marcos Antônio, ebenfalls Abwehrspieler, stand mal beim FC Nürnberg unter Vertrag. Ebenfalls im Besitz eines Passes aus Malaysia ist der Spanier Natxo Insa der u.a. Erfahrungen bei Celta de Vigo, Zaragoza und Levante, sammelte. Stürmer Luciano Figueroa ging einst für Panathinaikos auf Torejagd. Hinzu kommen noch einige aktuelle und Ex-Nationalspieler Malaysias.

Im Gegensatz zu 2016 scheint es diesmal für Muang Thong eine weitaus schwerere Hürde zu sein. Im Kern hat sich die Elf von Muang Thong im Vergleich zur Saison 2017 wenig verändert. Teerasil und Theerathon werden zwar dieses Jahr ihr Som Tam in Japan verdienen, stehen ihren beiden neuen Vereinen aber erst nach Ende der Vorrunde der Champions League zur Verfügung. Nationaltorhüter Kawin Thamsatchanan der vor zwei Jahren zum Elferkiller avancierte, wechselte mit sofortiger Wirkung nach Belgien zu Oud-Heverlee Leuven. Für ihn wird sehr wahrscheinlich Prasit Padungchok ins Tor rücken. Schon 2017 vertrat er Kawin, während einer Verletzungspause, glänzend. Im Sturm hat man sich von Leandro Assumpção getrennt und dafür Jajá Coelho von Buriram verpflichtet.

Kommt Muang Thong die nächste Runde erreichen, wartet dort mit Kashiwa Reysol schon wieder ein Murmeltier. Zuletzt 2015 traf eine Mannschaft aus Thailand in der dritten Runde auf das Team aus Japan. Damals verlor der FC Chonburi nach großem Kampf am Ende knapp mit 2:3.

Das Murmeltier

...ist leider so etwas die Achillesferse der AFC Champions League. Denn seit Jahren treffen fast immer die gleichen Mannschaften aufeinander, was vor allem daran liegt, dass der Wettbewerb in zwei Zonen aufgeteilt ist. Hinzu kommt, dass in der Vorschlussrunde auch fast immer nur die dicken Fische aus Japan, Korea oder Australien auf die gleichen, kleinen Teams treffen. Würde man den Großen einfach je einen der vier Startplätze aberkennen, wäre die Durchmischung sicher größer.

So aber müssen sich die kleineren immer abkämpfen, um Ende dann doch zu scheitern. Zumindest im Falle der thailändischen Mannschaften wiegt dies besonders schwer. Denn scheitern sie, geht es für sei keineswegs im niederen AFC Cup weiter. Nein. Für sie ist schlicht Endstation aller internationaler Hoffnungen und Erfahrungen, während zum Beispiel Teams aus Malysia und Vietnam im AFC Cup weiterspielen dürfen. Ein unschönes Vermächtnis, das der ehemalige FAT-Chef und AFC-Exekutivmitglied Makudi, da seinen Landsleuten hinterlassen hat.
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