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AFC Champions League: Buriram trifft auf Fußball-Mozart

AFC Champions League
Bereits am Mittwoch erfolgt für Buriram United der scharfe Start in das neue Spieljahr. Dabei geht es für den thailändischen FA Cup-Gewinner gleich um die Wurst, denn es steht ein Spiel zur Qualifikation für die Asian Champions League an. Gegner ist der australische Meister Brisbane Roar, der sein Heimrecht tauschte. Ein unschätzbarer Vorteil für Buriram, denn es gibt kein Rückspiel.

So profitiert der Klub aus dem Isaan gleich von mehreren glücklichen Umständen. Besaß Thailand in den letzten Jahren lediglich einen Startplatz für die ACL-Qualifikation für den Meister sowie einen weiteren im AFC-Cup für den FA Cup-Gewinner, so erhielt man für 2013 einen direkten Startplatz für die ACL sowie einen für die Qualifikation. Zudem wurde in der Auslosung zunächst Brisbane, als dem Verein, der dem höher dotierten Verband zugehört, das Heimrecht zugesprochen.

Das gaben die Australier aber nicht ganz unfreiwillig ab. Der ursprüngliche Termin, an dem alle übrigen Play-off-Spiele stattfanden, war der 9. Februar. Da aber stand eine Partie in der A-League auf dem Plan und die australische Liga lehnte eine Verschiebung ab. Zu einem anderen Termin steht das heimische Suncorp-Stadion nicht zur Verfügung. Warum die Australier nicht ein anderes Stadion in ihrer Nähe auftreiben konnten, ist dabei ein Rätsel. Vielleicht unterschätzen sie den Thaiklub aber auch.

Dabei sollten sie eigentlich seit letztem Jahr gewarnt sein, als Buriram seine ersten beiden Spiele in der ACL-Gruppenphase gegen die klar favorisierten Teams von Kashiwa Reysol und Guangzhou Evergrande mit starkem Einsatz gewinnen konnte. Zwar steht das das Team aus Queensland voll im Spielbetrieb, doch aktuell liegt der Meister der A-League von 2011 und 2012 nur abgeschlagen auf dem 8. Tabellenplatz.

Auch die klimatischen Verhältnisse sprechen eher für den Klub aus dem Nordosten Thailands. Erfahrung mit Australien hat bei Buriram vor allem Surat Sukha, der 2 Jahre für Melbourne Victory spielte und 2011 von Klubchef Newin, wohl nicht ganz freiwillig, speziell für die ACL nach Buriram zurück gelotst wurde.

Der "Fußball-Mozart" gibt sich die Ehre

Aus deutscher Sicht liegt natürlich das Augenmerk besonders auf Brisbanes Mittelfeld-Spieler Thomas Broich, der seit 2010 downunder weilt. Dem ein oder anderem wird der Name sicher noch etwas sagen. Charaktere wie er sind im Profifußball äußerst ungewöhnlich. Broich, inzwischen 32 Jahre alt und geboren in München, machte sich vor gut Zehn Jahren einen Namen bei Wacker Burghausen und stand ganz schnell in den Notizbüchern der Großen Vereine. Konnte der äußerst begabte Mittelfeldspieler befreit aufspielen, machte er seinem Vorbild Zidane alle Ehre.

Zu diesem Zeitpunkt konnte man Broich auch noch unter der E-Mail-Adresse "tommeetszizou@.." erreichen. Doch er war nicht nur talentiert. Er war auch anders als die meisten seiner Mitspieler. Er stand und steht dem Profigeschäft in der Bundesliga kritisch gegenüber. Er hört klassische Musik, was ihm den Spitznamen Mozart einbrachte. Er liest Bücher von Schriftstellern, von denen die meisten Profis wohl noch nie etwas gehört haben und er begann ein Studium der Philosophie.

Trotz seiner spielerischen Veranlagung schaffte er es nie in die A-Nationalmannschaft obwohl er als einer der Hoffnungsträger für die WM-2006 in Deutschland galt. Nach den Bundesligastationen Gladbach, Köln und Nürnberg wechselte er nach Australien zu Brisbane. Mit diesem Wechsel ging für ihn, der schon immer vorhatte ins Ausland zu gehen, ein Traum in Erfüllung. Brisbane und Broich das passte einfach und der Spielmacher gewann die Lust am Fußball zurück. Wer sich jetzt zumindest bei Letzterem an Björn Lindemann erinnert fühlt, dürfte nicht ganz falsch liegen und es gibt sicher auch noch die ein oder andere Parallele.

Thomas Broich wurde am 13.03. 2011 erstmals Meister mit Brisbane Roar und erhielt dort im letzten Jahr die Johnny-Warren-Medaille als bester Spieler. Seinen Vertrag verlängerte er kürzlich bis 2017, was die Hoffnungen, er könnte vielleicht zum Ausklang seiner Karriere auch in Thailand spielen, gegen null tendieren lässt. 

Zwar gibt es die besagte E-Mail- Adresse nicht mehr. Dafür aber eine 135-minütige Dokumentation über den Spieler und Menschen Thomas Broich. Ein Film, der es wert ist, über die komplette Länge und nicht als geschnittene Version im TV, geschaut zu werden. Wer mehr über die Doku erfahren möchte, kann sich unter www.tommeetszizou.com darüber informieren. Und Amazon soll auch bei Bestellungen behilflich sein.

Zumindest in Deutschland ausgebildet wurde der Albanier Besart Berisha (BFC Dynamo, TeBe Berlin), der außerdem in Deutschland ein paar Spiele für den Hamburger SV und Arminia Bielefeld absolvierte. Nicht Einsatzfähig sind die beiden Kapitäne Suchao Nuchnum und Matt Smith. Bei Buriram United wird zudem auch noch Jakkraphan Kaewprom.

Was die internationale Erfahrung angeht, liegen beide Klubs etwa gleichauf, denn auch für Brisbane ist es erst das zweite Jahr auf internationalem Parkett. Letztes Jahr scheiterte man dabei am späteren Gewinner Ulsan Hyundai und dem FC Tokyo bereits in der Gruppenphase, wo man nur drei magere Unentschieden holen konnte.

Nicht ganz auf Augenhöhe begegnen sich die beiden Besitzer der jeweiligen Vereine. Zwar haben sowohl Newin als auch Aburizal Bakrie eine politische Vergangenheit. Der Indonesier, welcher der Bakrie-Gruppe vorsteht, und seine Familie zählen laut Forbes aber zu den reichsten in Indonesien. Neben Brisbane Roar hält die Bakrie-Gruppe auch Anteile am belgischen Verein CS Vise und dem Verein Deportivo Indonesia in Uruguay der ausschließlich indonesische U-19 und U-17 Spieler in seinen Reihen hat.

Das Besondere in diesem Jahr ist, dass der Verlierer nicht wie gewohnt eine zweite Chance im AFC-Cup erhält, sondern komplett ausscheidet. Für Thailand wäre ein Einzug Burirams in die Gruppenphase auch für die nächste Bewertung der Startplätze gut, denn mittlerweile spielen auch die sportlichen Aspekte vermehrt eine Rolle bei der Startplatzverteilung.

Und selbst beim großen Rivalen Muang Thong drückt man dem Ligakonkurrenten die Daumen, denn ein Weiterkommen würde bedeuten, dass sich Buriram nicht nur auf die Meisterschaft konzentrieren kann.

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